Berlin - Der Anteil weiblicher Führungskräfte in den obersten Chefetagen der deutschen Privatwirtschaft hat sich in den vergangenen Jahren kaum erhöht. Von 2008 bis 2012 sei er von 25 auf 26 Prozent gestiegen, teilte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Donnerstag zu einer repräsentativen Befragung von 16.000 Betrieben mit. In der zweiten Führungsebene legte der Anteil der Chefinnen deutlicher um drei Punkte auf 38 Prozent zu.

Gesundheitswesen, Erziehung, Unterricht als Frauendomänen

"Die Anteile der Frauen an den Führungspositionen unterscheiden sich nach Betriebsgrößen, Branchen und Sektoren", heißt es in der Studie. Chefinnen sind demnach besonders häufig in Dienstleistungsbereichen wie Gesundheitswesen, Erziehung und Unterricht zu finden. In der ersten Führungsebene betrage der Frauenanteil dort 46 Prozent, in der zweiten sogar 70 Prozent. In dieser Branche beträgt der Frauenanteil an der Belegschaft allerdings auch 76 Prozent.

In Ostdeutschland ist der Anteil von Frauen in Führungspositionen höher als im Westen. Der Unterschied beträgt auf der ersten Führungsebene sechs Prozentpunkte, auf der zweiten zehn. "Beachtlich ist, dass im Jahr 2012 der Anteil von Frauen auf der zweiten Führungsebene in Ostdeutschland erstmals über ihrem Beschäftigtenanteil liegt", erklärten die IAB-Forscherinnen Susanne Kohaut und Iris Möller.

Im öffentlichen Sektor ist der Frauenanteil in den obersten Chefetagen mit 38 Prozent zwölf Punkte höher als in der Privatwirtschaft. Gemessen an ihrem Anteil an den Beschäftigten verschwindet der Unterschied allerdings, da der Frauenanteil mit 60 Prozent höher ist als in der Privatwirtschaft mit 43 Prozent. (APA/Reuters, 5.12.2013)