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Auch Haie sind für Überraschungen gut.

Foto: AP

New York - Haie greifen am liebsten von hinten an. Das haben Untersuchungen von Wissenschaftern des Shark Research Institute und der University of West Florida ergeben. Sie beobachteten das Angriffsverhalten des Karibischen Riffhais (Carcharhinus perezi) in Experimenten mit Tauchern und kamen zu dem Ergebnis, dass Haie die Position von menschlichen Körpern erkennen können und sich bevorzugt von hinten nähern. Ihre Erkenntnisse veröffentlichten sie im Fachmagazin "Animal Cognition".

Wenn ein Raubtier erfolgreich Beute machen will, muss es zunächst die Körperform, die Körpergröße und die Bewegung seines Opfers studieren - dies ist bereits von vielen Spezies bekannt. Die Wissenschafter konnten nun erstmals nachweisen, dass auch Haie so vorgehen und einen Angriff eher vermieden, wenn sie sich im direkten Sichtfeld von Menschen befanden.

Messbare Präferenz der Annäherung

Um dieses Verhalten besser untersuchen zu können, testeten die Biologen, ob die Tiere eine messbare Präferenz der Körperposition ihrer Beute haben. In einem Experiment wurde ein Taucher mit kompletter Tauchausrüstung kniend auf dem Meeresboden und mit Blick nach vorn positioniert. In einem zweiten Versuch knieten zwei Taucher Rücken an Rücken, um so den toten Winkel auszuschließen. Um die Testpersonen nicht zu gefährden, wählten sie den für Menschen ungefährlichen Karibischen Riffhai.

Es habe sich gezeigt, dass die Tiere in erster Linie außerhalb des Blickfelds des Menschen schwammen, berichten die Forscher. "Wir konnten feststellen, dass Haie unterscheiden können, ob sie sich innerhalb oder außerhalb des Sichtbereichs eines Menschen befinden. Sie erfassen also, in welche Richtung der Körper eines Menschen ausgerichtet ist. All dies bringt faszinierende Fragen hervor, die jedoch nicht nur etwas mit dem Verhalten von Haien zu tun haben, sondern auch etwas über ihr Denkvermögen aussagen", so der Biologe Erich Ritter.

Welche Mechanismen und Faktoren die Annäherungstaktik bestimmen, sei weiterhin unklar, als Information für Taucher sei die Beobachtung aber jetzt schon wertvoll, glauben die Forscher. (red, derStandard.at, 8.12.2013)