Bremen - Der US-Historiker Timothy Snyder hat am Freitag den Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken erhalten. In Bremen wurde dem 44-Jährigen die mit 7.500 Euro dotierte Auszeichnung für sein Buch "Bloodlands. Europa zwischen Hitler und Stalin" überreicht.

Die historische Analyse der Gräueltaten in Osteuropa im Zweiten Weltkrieg trage zu einer neuen öffentlichen Debatte über die politische Gestalt Europas bei, begründete die Jury die Entscheidung. Der Autor habe mit dem Buch Kontroversen unter Historikern und politischen Kommentatoren ausgelöst.

Snyder ist Professor für Geschichte an der renommierten Universität Yale in New Haven und forscht zur jüngeren mittel- und osteuropäischen Geschichte. In seinem Buch untersucht er die Bezüge zwischen dem deutschen Feldzug im Osten, der Vernichtung der europäischen Juden und der unter Stalin betriebenen politischen, ethnischen und ökumenischen Liquidierung von ost- und mitteleuropäischen Völkern.

Der Hannah-Arendt-Preis wird seit 1995 von der Heinrich-Böll-Stiftung und der Stadt Bremen verliehen. Er ist nach der jüdischen Publizistin Hannah Arendt (1906-1975) benannt. 2012 ging der Preis an die Historikerin Yfaat Weiss aus Jerusalem. (APA, 06.12.2013)