Wien - Über die Weihnachtsfeiertage und Silvester könnte es heuer eventuell zu Besetzungsprobleme beim Ärztefunkdienst kommen. "Die Situation war in den vergangenen Jahren schon nicht gerade leicht. So viele unbesetzte Dienste wie heuer gab es aber noch nie", so der Obmann der Kurie niedergelassene Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer für Wien, Johannes Steinhart. Er fordert nun eine rasche Anhebung der Tarife, um die Situation "rasch und nachhaltig zu verbessern". 

Niedriger Feiertagstarif

"Es ist nicht einfach, für einen Stundenlohn von 37,90 Euro brutto Ärzte zu finden, die am Heiligabend einen Dienst übernehmen", schildert Steinhart die Problematik. Er appelliert an die Systempartner Wiener Gebietskrankenkasse und Gemeinde Wien, eine adäquate Honorierung der diensthabenden Ärzte zu gewährleisten. Ansonsten sei es nicht möglich, eine entsprechende Notversorgung im niedergelassenen Bereich aufrechtzuerhalten, was eine zusätzliche Belastung für die ohnehin überlasteten Spitalsambulanzen bedeuten würde.

Die aktuellen Tarife stünden in keiner Relation zu den Nacht- beziehungsweise Feiertagstarifen anderer Berufsgruppen, wie etwa Handwerkern. "Wir müssen sicherstellen, dass auch medizinische Nottätigkeiten einen entsprechenden Wert haben," so Steinhart. (red, derStandard.at, 9.12.2013)