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Der erste Schultag, eine emotionale Angelegenheit nicht nur für Taferlklassler.

Foto: APA/GEORG HOCHMUTH

Wien - Der erste Schultag ist emotional - und kann vor Gericht führen. Am 2. September soll der 33-jährige Marcus V. den 28 Jahre alten Michael H. mit einem Messer bedroht haben. Da sie stritten, wer den Sohn von Natascha K. in den Ernst des Lebens begleitet.

H. ist der leibliche Vater, V. war damals der Freund der Kindesmutter. Vor der Schule traf man aufeinander, H. hatte seinen Bruder und seine Mutter dabei. Es entstand ein Streit, wer sich besser um das Kind kümmere und daher das Recht habe, hier zu sein.

"Ich habe dann gesagt, er soll mir eine reinhauen, dann machen wir uns das aus", erzählt der Angeklagte Richter Filip Trebuch. Dabei habe er ein blaues Feuerzeug in der Faust gehabt. "Warum?", interessiert sich Trebuch. "Weil ich eine rauchen wollte."

H. und seine Verwandten nahmen anderes wahr. Nämlich ein blaues Klappmesser. Worauf sie die Debatte beendeten und V. anzeigten. Vor Gericht divergieren ihre Aussagen allerdings: Die Mutter will eine Klinge gesehen haben, die Söhne keine. Auch die Auswirkungen sind unklar: Laut H.s Bruder habe dieser "Panik im Gesicht gehabt", das mutmaßliche Opfer sagt dagegen, er habe sich nicht gefürchtet.

Da sich die Frage, ob es ein Messer oder Feuerzeug war, nicht mehr klären lässt, spricht Trebuch V. rechtskräftig frei. (Michael Möseneder, DER STANDARD, 10.12.2013)