Dresden - Die Recherche der Herkunft und Geschichte von Kunstwerken in Deutschlands Museen braucht nach Ansicht des Kunstwissenschaftlers Uwe Hartmann einen höheren Stellenwert. "Provenienzforschung sollte Chefsache sein", sagte der Leiter der Arbeitsstelle für Provenienzforschung (AfP) am Institut für Museumsforschung der Staatlichen Museen zu Berlin - Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

"Viele Kunsthistoriker machen Provenienzforschung nebenbei oder nur auf Zeit. Es braucht Geld und Kompetenz. Wenn Provenienzforschung nachhaltig sein soll, brauchen die Museen neben finanzieller Unterstützung direkte Investitionen in ihre Infrastruktur", so Hartmann, der betont: "Erfolgreiche Provenienzforschung ist auch Ergebnis guter Teamarbeit. Die Verantwortung endet aber nicht an den Mauern eines Museums. Auch Verwaltungen und vorgesetzte Behörden müssen sich in der Pflicht sehen, die strukturellen Voraussetzungen für eine intensive und erfolgreiche Suche von NS-Raubgut in öffentlichen Sammlungen zu schaffen."

Der Experte regt die Schaffung eines Fonds an, "mit dem Provenienzforschung in privaten Sammlungen mit Zustimmung und Unterstützung der Eigentümer finanziert werden könnte und der mit Unterstützung des Wirtschaftszweiges eingerichtet wird, der seine Gewinne traditionell und legitim mit dem Kauf und Verkauf von Kunstwerken und Antiquitäten erzielt - darüber sollte man in nächster Zeit gemeinsam nachdenken". (APA, 9.12.2013)