Zürich - Der Slawist Peter Urban, einer der bedeutendsten Übersetzer russischer, serbokroatischer und tschechischer Literatur, ist mit 72 Jahren in Weidmoos gestorben, wie der Zürcher Diogenes-Verlag am Dienstag mitteilte. Urban beschäftigte sich jahrzehntelang mit Anton Tschechow (1860-1904) und erschloss den russischen Autor mit einer textgetreuen und schlanken Neuübersetzung für die deutschen Leser.

1941 in Berlin geboren, kam Urban über einen Studienaufenthalt in Belgrad zum Übersetzen. Er arbeitete als Lektor für slawische Literaturen für Suhrkamp in Frankfurt und gründete 1969 den Verlag der Autoren mit. Ab 1989 lebte er in Weidmoos in der osthessischen Region Vogelsberg als freier Übersetzer und Schriftsteller.

Urban übersetzte neben Tschechow auch Werke von Isaak Babel, Daniil Charms, Aleksandr Puschkin, Ivan Turgenev und Nikolaj Gogol. Er erhielt viele Preise und Auszeichnungen, unter anderem den Übersetzerpreis der Akademie für Sprache und Dichtung, den Helmut-M.-Braem-Übersetzerpreis, die Ehrendoktorwürde der Universität Regensburg und 2008 den Turgenev-Preis der Moskauer Jelzin-Stiftung. (APA, 10.12.2013)