Wien - Ein Wort, das zum heurigen Veranlagungsjahr gehört, ist "Nachhaltigkeit". Denn auf der Suche nach neuen Absatzmärkten wird die nachhaltige Veranlagung immer populärer. "Dieses Segment wird stärker wachsen als der Gesamtmarkt", sagt Dieter Rom, Vorstandsmitglied der Security KAG. Das sei auch der Grund, warum die Security KAG nun auch einen nachhaltigen Fonds aufgelegt hat. Der "Apollo Nachhaltig Global Bond" setzt auf Staatsanleihen, Pfandbriefe und staatsgarantierte Anleihen. Ausgeschlossen werden die Themen Rüstung, Nuklearenergie, Suchtmittel, Glücksspiel, problematische Gentechnologie, Menschenrechtsverletzungen und Kinderarbeit. Ein US-Investment kommt wegen der Todesstrafe etwa nicht infrage.

Angestoßen wurde die Security KAG von der VBV-Vorsorgekasse, die bei heimischen Kapitalanlagegesellschaften verstärkt nach nachhaltigen Lösungen sucht. Bei den institutionellen Investoren habe sich das Thema längst durchgesetzt, sagt VBV-Chef Heinz Behacker. Bei Privatanlegern zünde der Bereich noch nicht wirklich. Das zeigen auch die Zahlen vom Forum Nachhaltige Geldanlage (FNG) für 2012. Demnach waren hierzulande in nachhaltige Produkte im Vorjahr rund 5,6 Milliarden Euro investiert - 17 Prozent mehr als noch im Jahr davor. Mit 81 Prozent stellen institutionelle Investoren den größten Anteil dar.

Produkte aktiver anbieten

Für Behacker liegt das Fernbleiben der Privatinvestoren auch daran, "dass Banken diese Produkte im Verkauf nicht genug pushen". Zudem herrsche vielfach noch die Meinung vor, dass mit nachhaltigen Produkten weniger zu verdienen sei. Ein Argument, das Behacker nicht gelten lässt. "Es stimmt, dass man nach oben nicht immer zu hundert Prozent dabei ist, dafür sind die Erträge stabiler", sagt der VBV-Chef zum Standard. Eine Analyse der Steinbeis-Hochschule Berlin zeigt, dass nachhaltige Kapitalanlagen über alle Assetklassen hinweg zumindest kein schlechteres Risiko-Rendite-Profil aufweisen als konventionelle.

Welche Titel in ein nachhaltiges Produkt kommen, entscheidet der jeweilige Ethik-Beirat. Die Entscheidungsgrundlage ist aber für jedes Produkt anders. Was ein Beirat strikt ausschließt, kann für einen anderen noch eine Option sein. Mit dieser Problematik setzt sich Richard Lernbass, Chef von Software-Systems, auseinander. Seit knapp 20 Jahren betreibt er ein Tool, mit dem auch Privatanleger Produkte filtern und auf ihre individuellen Ansprüche hin überprüfen können. Das ermögliche einen Einblick, der sonst nicht immer möglich sei, sagte Lernpass kürzlich zum Standard.

Neue Wege gehen

Man dürfe Unternehmen oder Ländern, die sich nicht an Mindeststandards hielten, kein Geld geben, sagt Rom. Diese Devise werde sich auch bei Privatanlegern durchsetzen, glaubt der Security-KAG-Chef. Denn: "Die Konsumenten haben mehr Macht, als sie glauben." (Bettina Pfluger, DER STANDARD, 11.12.2013)