Seitenstetten/St. Pölten - Jener Lehrer des Stiftsgymnasiums Seitenstetten, der sich in einem Leserbrief an das Wochenmagazin "Profil" eine "ungeheure verbale Entgleisung" geleistet hat, darf weiter unterrichten. Die Konsequenzen seien ein Verweis und eine Gehaltsminderung, so der Landesschulrat laut ORF NÖ. Derzeit sei der Pädagoge vom Dienst freigestellt.

Es sei ein Fehler gewesen, habe der betroffene Lehrer am Mittwoch in einem Gespräch mit der Disziplinarkommission eingestanden. Er habe damit die verbale Attacke ("Sie gehören ja aus dem Verkehr gezogen und sterilisiert, damit sich so etwas nicht auch noch weitervermehrt. Ihre Redaktion gehört angezündet und eingeäschert und das Hetzblatt 'Profil' verboten") gegenüber dem Wochenmagazin bzw. einer Redakteurin gemeint, so der ORF NÖ.

Kein Geschichteunterricht mehr

Es sei ein klares, aber kein vernichtendes Urteil, sagte Hermann Helm, Präsident des Landesschulrates für Niederösterreich. Der Lehrer soll zwar weiter unterrichten dürfen, allerdings nicht mehr Geschichte, weil die Ausdrücke, die er in dem Leserbrief verwendet habe, dem NS-Regime zuzuordnen seien. Das sei mit dem Unterricht unvereinbar, hieß es beim Landesschulrat.

Außerdem muss der Pädagoge für das laufende Schuljahr eine Gehaltskürzung um 25 Prozent in Kauf nehmen. Fraglich ist derzeit noch, ob er weiter am Stiftsgymnasium Seitenstetten unterrichten wird. Weil es sich um eine Privatschule handle, obliege die Entscheidung dem Stift. (APA, 11.12. 2013)