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Rapid begann stark, ließ aber ebenso stark nach.

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Kiews Torschützen Gusew und Veloso hatten schon Gaudi.

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Kiew – Es hat am Donnerstagabend im ziemlichen leeren Olympiastadion von Kiew wunderbar begonnen. 6. Minute: Rapid fährt einen schulbuchmäßigen Konter. Marcel Sabitzer zu Guido Burgstaller, der legt den Ball Terrence Boyd vor die Füße, der US-Amerikaner macht tatsächlich das 1:0. Die Spieler von Dynamo Kiew, Aleksandar Dragovic inklusive, schauten irritiert drein. Trainer Zoran Barisic hatte "Hemmungslosigkeit" gefordert, seine Spieler setzten den Plan zunächst einmal um.

Die Ausgangslage war klar. Um in der Europa League zu bleiben, also Gruppenzweiter zu werden, musste gewonnen werden. Folglich waren Defensive, Angst, Respekt und Vorsicht unangebracht. Barisic setzte nicht nur auf die Jugend, Steffen Hofmann und Branko Boskovic sollten mit ihrer Routine behilflich sein. Dynamo begann aber dann doch mit dem Fußball: 22. Minute: Christopher Trimmel rutscht aus, der Niederländer Lens ist mutterseelenallein vor Goalie Jan Novota, macht trocken das 1:1.

28. Minute: Ideye steht ein bisserl im abseits, dem Schiedsrichterteam ist das entgangen, die Flanke volliert Gusew zum 2:1. Rapid war quasi enthemmt. Trotzdem erspielten sich die Hütteldorfer große Chancen, Kapitän Hofmann ließ gleich zweimal Konsequenz und Kälte vermissen, Keeper Schowkowskij  konnte zweimal abwehren.

Rapid ohne Mittel

Unmittelbar nach der Pause vergab Superstar Jarmolenko kläglich, er ließ durch seine Fahrlässigkeit Rapid leben und hoffen. Dominik Starkl lebte und hoffte statt Sabitzer. 68. Minute: Jugend kommt für Alter, Louis Schaub und Brian Behrendt ersetzen Boskovic und Hofmann. Zwei Minuten später war das Ding erledigt: Der Portugiese Veloso erzielt per Freistoß das völlig verdiente 3:1. Rapid fehlten letztendlich die Mittel fürs kleine Wunder. Die Wirklichkeit ist der Sonntag, das Heimspiel gegen Wiener Neustadt passt irgendwie besser.

Für Steffen Hofman ist die Bilanz in der Europa League uninteressant. "Wir haben uns gut verkauft, aber wir sind nicht aufgestiegen, deshalb sind wir enttäuscht," sagte Hofmann im Nachhinein. Aleksandar Dragovic sah über 90 Minuten einen verdienten Sieger, bleibt der Europa League erhalten und hat einen Weihnachtswunsch für die Auslosung. "Ich würde es gern vermeiden, gegen Salzburg zu spielen", sagte der ÖFB-Legionär. (red, DER STANDARD, 13.12.2013)

Fußball-Europa-League - Gruppe G, 6. und letzte Runde:

Dynamo Kiew - SK Rapid Wien 3:1 (2:1). Kiew, Olympiastadion, 18.752 (richtig), SR Björn Kuipers/NED)

Tore: 0:1 ( 6.) Boyd, 1:1 (22.) Lens, 2:1 (28.) Gusew, 3:1 (70.) Veloso (Freistoß)

Dynamo: Schowkowskij - Gusew, Chacheridi, Dragovic, Makarenko - Vukojevic, Veloso - Jarmolenko, Belhanda (83. Bezus), Lens (71. Dudu) - Ideye

Rapid: Novota - Trimmel, Sonnleitner, Dibon, Schrammel - Petsos, Boskovic (68. Behrendt) - Hofmann (69. Schaub), Burgstaller, Sabitzer (46. Starkl) - Boyd

Gelbe Karten: Jarmolenko bzw. Trimmel, Boyd