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Gabriele Heinisch-Hosek.

Foto: APA / GEORG HOCHMUTH

Wien - Mit Gabriele Heinisch-Hosek übernimmt in der neuen Bundesregierung eine ausgebildete Haupt- und Sonderschullehrerin neben den Frauenagenden nun auch das Bildungsressort. Sie folgt damit Claudia Schmied nach, die ihren Rückzug nach der Wahl bekannt gab. Erfahrung mit BeamtInnen hat sie ausreichend, verantwortete sie doch über fünf Jahre lang auch den Öffentlichen Dienst.

Dass sie das Frauenministerium unbedingt auch weiterhin leiten wollte, daraus hat die Niederösterreicherin in der Vergangenheit keinen Hehl gemacht und Parteichef und Bundeskanzler Werner Faymann hat seiner SPÖ-Frauenvorsitzenden diesen Wunsch erfüllt. Die Arbeit in der Bundesregierung ist ihr nach fünf Jahren bereits vertraut und auch örtlich gibt es nur eine kleine Veränderung: Heinisch-Hosek muss aus dem Kanzleramt umziehen in das nur wenige Schritte entfernte Unterrichtsministerium am Minoritenplatz.

Einzug in den Nationalrat 1999

Heinisch-Hosek hat sich in der Partei langsam hochgearbeitet. Ihr politisches Engagement begann in ihrer Heimatgemeinde Guntramsdorf, wo sie 1990 in den Gemeinderat einzog. Kontakt zur Sozialdemokratie hatte sich schon davor bei den Kinderfreunden ergeben, wo sie ab ihrem 16. Lebensjahr Gruppen betreut hatte. Hauptberuflich arbeitete sie in den 90er-Jahren als Pädagogin an der Wiener Schwerhörigenschule.

Politisch durchgestartet war sie 1999, als sie in den Nationalrat einzog. Bis 2004 war sie Kinder- und Jugendsprecherin, danach Frauensprecherin. Die Wahlschlappe der SPÖ bei der niederösterreichischen Landtagswahl war für Heinisch-Hosek ein Karriere-Trampolin. Der neue Landesparteichef Josef Leitner tauschte das gesamte rote Regierungsteam aus und so wurde sie im April 2008 Gesundheits- und Soziallandesrätin.

2009 zur SPÖ-Bundesfrauenvorsitzenden gewählt

In die Bundesregierung holte sie nicht ihr eigentlicher Förderer Landsmann Alfred Gusenbauer sondern der Wiener Werner Faymann. Als Ministerin für Frauenagenden und den Öffentlichen Dienst wurde sie 2009 auch zur SPÖ-Bundesfrauenvorsitzenden gewählt. Von ihrem Umfeld wird sie immer wieder als engagiert und hartnäckig beschrieben, und so betreibt sie auch die Frauenpolitik. Durchsetzen ließen sich bis jetzt freilich nicht alle gesteckten Ziele. Die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen klafft etwa noch immer weit auseinander, daran änderten auch die von ihr durchgesetzten Einkommensberichte für Unternehmen noch nichts. Der Papa-Monat in der Privatwirtschaft, für den sie seit Jahren gekämpft hat, soll in der neuen Legislaturperiode umgesetzt werden.

Als Beamtenministerin hatte sie mit der mächtigen Gewerkschaft für den Öffentlichen Dienst zu kämpfen. Die Einführung eines neuen Dienst- und Besoldungsrechts für alle BeamtInnen hat sie mangels Budget vorerst verschoben. Auch mit der Lehrergewerkschaft saß die neue Unterrichtsministerin als Zuständige für den Öffentlichen Dienst bereits am Verhandlungstisch. Man wird künftig wohl öfter miteinander zu tun haben.

Angelobung an ihrem 52. Geburtstag

Heinisch-Hosek wurde in Guntramsdorf in Niederösterreich in der Nähe von Wien geboren (16. Dezember 1961) und lebt dort auch heute noch. Sie ist verheiratet mit Walter Heinisch, der einen erwachsenen Sohn hat. Findet die Angelobung durch Bundespräsident Heinz Fischer wie geplant am Montag statt, fällt sie genau auf Heinisch-Hoseks 52. Geburtstag. (APA, 13.12.2013)