Wien - Nach dem Lizenzentzug in Argentinien schießt die Casinos Austria ihrer Auslandstochter CAI 40 Mio. Euro zu, schreibt die "Presse". "Die Casag hat das aus eigener Kraft gestemmt. Es musste kein Eigentümerzuschuss fließen", bestätigte Konzernsprecher Martin Himmelbauer.

Eine kolportierte Geldspritze der Eigentümer Münze Österreich (Nationalbank), Raiffeisen, Schelhammer & Schattera (Kirchenbank) sowie der Bablik-Stiftung ist somit vom Tisch.

Bei der Aufsichtsratssitzung am Donnerstag wurden weiters die Casinos-Vorständin Bettina Glatz-Kremsner um weitere fünf Jahre verlängert. Ihr aktueller Vertrag läuft Ende 2014 aus. Konzernchef Karl Stoss und der dritte Vorstand Dietmar Hoscher sind bis Ende 2016 bestellt.

Die Probleme in Argentinien kamen für die Casinos zur Unzeit, ist doch Stoss gerade dabei, die Auslandstochter nach einem Rekordverlust 2011 gesundzuschrumpfen. Der lokalen Tochtergesellschaft Enjasa wurde nach Geldwäschevorwürfen die eigentlich bis 2030 laufende Lizenz entzogen, der Betrieb ist nun geschlossen. Wieviel Geld den Casinos dadurch entgeht? "Bis 2017 hatten wir Dividenden aus Argentinien von etwa 7 Mio. Euro geplant. Es hängt aber sehr von der Währungsparität ab", sagte Stoss dem "Format".

Weitere Verkäufe möglich

Die CAI haben sich im Zuge der Restrukturierung bereits aus Chile, Tschechien und Italien verabschiedet. Weitere Verkäufe sind nicht ausgeschlossen, auf der anderen Seite bricht die CAI trotz Rosskur wieder zu neuen Ufern auf. "Es ist momentan in der Branche nicht die Zeit für große Expansionen. Aber es gibt einige konkrete Projekte, an denen wir arbeiten", so Himmelbauer.

In Vietnam zum Beispiel haben die Österreicher mehrere Projekte in petto, die ersten Glücksspielstätten sind am Starten. In Mazedonien haben die Casinos kürzlich eine Lizenz für Video Lottery Terminals (VLTs) ergattert, sie bieten dort, gemeinsam mit der staatlichen Lotterie, Online-Casinosspiele an, berichten Branchenmedien.

Einen kolportierten Rückzug aus Niedersachsen, neben Brüssel das langjährige Sorgenkind der Casinos, dementiert Sprecher Himmelbauer. "Beide sind auf gutem Wege. Die Sanierungsbestrebungen haben gegriffen." Glasgow wollen die Casinos hingegen loswerden, sie sind laut Stoss "länger im Gespräch mit dem Liegenschaftseigentümer". Auch in Australien "gibt es eine Anfrage an uns".

In Österreich wollen die Casinos 2014 rund 30 Mio. Euro investieren. "Und es würden noch einmal rund 70 Mio. Euro hinzukommen, sollten wir die drei ausgeschriebenen Lizenzen in Wien und Niederösterreich bekommen", so Stoss zum "Format". Die Umsätze im Inland seien heuer um bis zu 4,5 Prozent geschrumpft, die Besucherzahlen aber um 1,5 Prozent gestiegen. (APA, 13.12.2013)