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Rätsel Ligety.

Foto: APA/AP/Trovati

Val d'Isere ist am Wochenende der nächste Stopp des alpinen Ski-Herren-Weltcups. Zuerst steht am Samstag (10.00 und 13.00 Uhr) ein Riesentorlauf auf dem Programm, in dem es wieder einmal heißt: alle gegen Seriensieger Ted Ligety. Erst im abschließenden Slalom am Sonntag (9.30 und 12.30 Uhr) ist Weltmeister und Levi-Gewinner Marcel Hirscher der Gejagte.

Im bisher letzten Rennen am Sonntag in Beaver Creek demonstrierte Ligety wieder einmal seine Ausnahmestellung im Riesentorlauf: Der 29-jährige Weltmeister feierte mit zweimaliger Laufbestzeit klar vor seinem überraschend stark gefahrenen US-Landsmann Bode Miller, der bereits 1,32 Sekunden Rückstand aufwies, seinen vierten RTL-Triumph en suite. Eine weitere halbe Sekunde dahinter folgte Marcel Hirscher auf Platz drei.

Der Sudoku-Vergleich

Diese 1,82 Sekunden bereiteten dem zweifachen Weltcup-Gesamtsieger viel Kopfzerbrechen. "Ihr kennt ja alle die beliebten Logikrätsel, wie zum Beispiel das Zahlenspiel Sudoku. Es kann wahnsinnig viel Spaß machen. Es kann einen aber auch (fast) wahnsinnig machen, wenn man nicht und nicht auf die Lösung kommt. Das beschreibt, wie es mir derzeit im Riesentorlauf geht", schrieb Hirscher auf seiner Homepage.

"Klar ist ein dritter Platz ein Erfolg. Aber - und das ist in aller Wertschätzung anzuerkennen: Ted Ligety (und seit Beaver Creek auch Bode Miller) fahren in einer anderen Liga Riesentorlauf, als ich und der Rest", betonte der 24-jährige Vizeweltmeister in dieser Disziplin, der "keine Ahnung" hat, wieso er so viel Zeit auf Ligety verliert.

"Es kann ja an allem liegen, theoretisch"

"Bei Sudoku - habe ich extra gegoogelt - gibt es 6,7 Trilliarden Möglichkeiten. Vielleicht sind es im Riesentorlauf-Sudoku weniger, aber trotzdem viel zu viele, um aus dem Stegreif zu wissen, an welcher Schraube wir noch drehen könnten. Es kann ja an allem liegen, theoretisch. In so einer Situation ist oft schlau, man legt das knifflige Rätsel mal ein paar Tage zur Seite", erklärte Hirscher.

Außerdem hofft er am Samstag in Frankreich auf eine Duplizität der Ereignisse. "Vor einem Jahr war die Situation exakt dieselbe. In Val d'Isere habe dann - überraschend angesichts Teds Dominanz - ich gewonnen", erinnerte der Annaberger an seinen bisher letzten Riesentorlauf-Erfolg. Ligety hat zuletzt am 24. Februar in Garmisch, wo er hinter dem Franzosen Alexis Pinturault sowie Hirscher Dritter wurde, eine Niederlage in seiner Parade-Disziplin kassiert.

Vorteile im Slalom

Im dichten Stangenwald ist dagegen Hirscher die Ausnahmeerscheinung. Bei seinem 19. Weltcupsieg Mitte November in Levi vor seinem ÖSV-Teamkollegen Mario Matt fuhr er bereits zum zehnten Mal en suite auf das Podest eines Weltcup-Spezialslaloms - inklusive City-Events sind es zwölf, mit dem WM-Slalom sogar schon 13 Podiumsplätze in Folge. Diese Rekordserie will Hirscher nun in Val d'Isere auch im Hinblick auf die Gesamtwertung fortsetzen. Aktuell fehlen ihm auf den norwegischen Spitzenreiter Aksel Lund Svindal 125 Punkte.

Neben dem rot-weiß-roten Top-Duo Hirscher und Matt will am Sonntag auch Reinfried Herbst im Hinblick auf eine Olympia-Teilnahme im Februar ganz vorne mitmischen. "Wir haben viel auf der Reiteralm trainiert, und diese Woche waren wir noch zwei Tage in St. Anton. Dort ist es schön steil, das war eine perfekte Vorbereitung für das Rennen am Sonntag", berichtete der Routinier aus Salzburg, wie er als absoluter Slalom-Spezialist die vierwöchige Pause im Weltcup nutzte.

"Es sind nur noch Kleinigkeiten, auf die ich aufpassen muss. Aber mein Gefühl wird immer besser, und der steile Hang in Val d'Isere liegt mir. Da sind alle Läufer richtig gefordert", erläuterte Herbst, der sich "viel" für den Frankreich-Trip vorgenommen hat, "auch wenn ich dort noch nie einen Podestplatz geholt habe. Aber Statistiken sind dazu da, um sie neu aufzubessern." (APA; 13.12.2013)