Olé. Madrid setzt einen sauberen Schnitt und wird die Rettungsaktion der Troika im Jänner beenden. Die Banken des Landes wurden mit 41 Milliarden Euro von EU, EZB und IWF gestützt. Nun hat Spaniens Finanzsystem die gröbsten Probleme gemeistert, attestiert selbst EZB-Chef Mario Draghi.

Obacht ist dennoch geboten. Denn ganz sauber sind die Bilanzen der Ibero-Banken bei weitem nicht. Sie haben allein spanische Staatsanleihen in Höhe von fast 300 Milliarden Euro in ihren Bäuchen - ein Risiko, das die EZB nun aber gegen den Willen Madrids in den Stresstests berücksichtigt wissen will. Dazu modern noch immer die Altlasten des Immobilienbooms in den Kellern der Banken. Nur zaghaft werden sie veräußert - ob einzeln oder gesammelt über die spanische Bad Bank Sareb - und landen zumeist bei US-Geierfonds. Beteiligungen an Pleitefirmen wie am Fischkonzern Pescanova mit 4,2 Milliarden Euro Verbindlichkeiten machen die Sache auch nicht besser .

Es sind Baustellen, die bei guter Konjunktur bewältigbar wären. Aber geringes Wachstum, Kreditklemme, steigende Zahlungsausfälle und flauer Binnenkonsum wegen der Massenarbeitslosigkeit erlauben nur grobe Aufräumarbeiten. Umso mehr, als die Regierung unter Premier Mariano Rajoy auch ein wenig trickste: mit 30 Milliarden Euro Zusatzkapital für Banken über Steuergutschriften. Ob dieses Flickwerk lange hält, wird sich erst weisen. (Jan Marot, DER STANDARD, 17.12.2013)