Berlin - Nur jeder 20. in Deutschland lebende Ausländer möchte sein eigener Chef sein. Damit streben Migranten nicht häufiger als Männer und Frauen mit einem deutschen Pass nach beruflicher Selbstständigkeit.

Allerdings hänge die Bereitschaft zur Gründung eines eigenen Unternehmens stark von der Herkunft der Migranten ab, geht aus einer am Montag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Die Forscher berufen sich dabei auf eine Umfrage unter 15.000 Migranten in den vergangenen dreieinhalb Jahren.

So entschieden sich vor allem Zuwanderer aus den nördlichen und westlichen Anrainerstaaten Deutschlands häufiger als Bundesbürger für eine Existenz als Freiberufler oder freier Unternehmer, berichten die Arbeitsmarktforscher. Bei Migranten aus Süd- und Osteuropa bewege sich der Anteil der Existenzgründer dagegen auf dem deutschen Durchschnittsniveau. Die Daten wurden von einem Internationalen Forschungskonsortiums erhoben.

Als Motiv für den Weg in die berufliche Selbstständigkeit führen viele Migranten Probleme bei der Jobsuche an. Oft fehle es den Ausländern auch an den von deutschen Chefs geforderten schulischen Abschlüssen. Dagegen könnten sie als Selbstständige auch ohne Zeugnisse und Zertifikate ihre Fähigkeiten zu Geld machen, geben die Arbeitsmarktforscher zu bedenken. Dabei seien sie zudem weniger risikoscheu als deutsche Kollegen: Die Angst, als Selbstständiger zu scheitern, sei geringer als bei den meisten Bundesbürgern. (APA, 16.12.2013)