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Eine frühere Funktion als Stiftungsvorstand bringt RBI-Chef Karl Sevelda ins Visier der Staatsanwaltschaft.

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Wien - Die Staatsanwaltschaft prüft aufgrund einer anonymen Anzeige den Verkauf der albanischen Chromerzmine der von Herbert Depisch gegründeten Fürstenfelder DCM Decometal an einen albanischen Investor. Am Montag kam es beim DCM-Geschäftsführer, beim Sanierungstreuhänder und in der RBI-Zentrale zu Hausdurchsuchungen.

RBI-Chef Karl Sevelda wird gemeinsam mit den anderen vorgeworfen, dafür verantwortlich zu sein, dass die Mine weit unter Wert verkauft wurde. Laut "Kronen Zeitung" wurde sie um fünf Millionen Euro veräußert, hätte aber einen Wert von 50 Millionen Euro gehabt. Sevelda fühlt sich ohne jeden Grund in die Affäre hineingezogen: "Das ganze entbehrt jeder Grundlage", sagte er. Denn er sei nur bis November 2011 im Stiftungsvorstand der Herbert Depisch Privatstiftung gewesen, also lange vor dem Verkauf, der zum Jahreswechsel 2012/2013 über die Bühne ging, ausgeschieden. Diese Stiftung hält indirekt die Mehrheit an DCM. Danach habe er weder bei DCM noch in der Stiftung eine Funktion bekleidet. Und bei der RBI sei er damals als Firmenkundenvorstand nicht mit solchen Geschäften befasst gewesen - dafür sei der Risikovorstand zuständig gewesen. Die Fürstenfelder DCM Decometal GmbH stand Ende 2012, wie der ­STANDARD berichtet hat, bei ihren Banken mit rund 250 Miollionen Euro in der Kreide. 60 Millionen Euro davon stammten aus einer Anleihe.

Außerdem sei der Deal von elf Banken gemeinsam mit Sanierungstreuhänder und Geschäftsführer vielfach abgesichert, auch mit Gutachten, beschlossen worden. Die Hälfte der Mine sei ursprünglich um sechs Miollionen Euro gekauft worden, dann sei der Rest dazugekommen. Auch wenn die Mine in der Bilanz heftig aufgewertet wurde, seien noch riesige Investitionen nötig gewesen - darum sei die Mine auch so billig gewesen. Aber das habe sich die Familie nicht mehr leisten können. "Zum Schluss musste man froh sein, um fünf Millionen zu verkaufen", so Sevelda.

Noch als Stiftungsvorstand habe er allerdings die damalige Geschäftsführung des Unternehmens, darunter die Tochter des Firmengründers, abberufen, "weil die Firma fast insolvenzreif war", erinnert sich Sevelda. Deren Aussagen belasten nun laut "Krone" Sevelda, der seinerseits einen Racheakt vermutet. Selbstverständlich stehe er nun den Behörden zur Verfügung, aber es sei "eine Frechheit, sich hinter einer anonymen Anzeige feige zu verbergen". Er gehe davon aus, dass das Verfahren rasch eingestellt wird. (APA/red, derStandard.at, 17.12.2013)