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Kimberger hat "viele positive Gespräche mit Abgeordneten" geführt.

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Die mindestens 500 notwendigen "namentlich angeführten, österreichischen wahlberechtigten StaatsbürgerInnen" waren ein Klacks für die Lehrergewerkschaft: Die hatte sie in kürzester Zeit beisammen – und Mittwochnachmittag bei der großen Beamtendemonstration in Wien sind noch viel mehr potenzielle Unterstützerinnen und Unterstützer für ihr Anliegen auf einem Fleck beisammen. Mit genug Wut im Bauch, um sich der Bürgerinitiative anzuschließen, die Dienstrechtschefverhandler Paul Kimberger und seine Mitstreiter ins Leben gerufen haben. Damit wollen sich die fünf Lehrergewerkschaften nun gegen das Dienstagabend im Parlament von der neuen alten Regierungskoalition beschlossene Lehrerdienstrecht wehren.

Hilferuf an Nationalrat

Ziel der Bürgerinitiative, so ist auf dem offiziellen Formblatt, das dem STANDARD vorliegt, zu lesen, sind die "Aufhebung der Dienstrechts-Novelle 2013 ­ Pädagogischer Dienst ("neues Lehrerdienstrecht") und Gestaltung eines modernen, attraktiven und leistungsorientierten Lehrerdienstrechts".

"Diese Bürgerinitiative ist ein weiteres gewerkschaftliches Mittel, damit die Dinge, die uns fehlen, ins neue Dienstrecht hineinkommen", sagte Kimberger am Mittwoch im STANDARD-Gespräch. Der Vorsitzende der Pflichtschullehrergewerkschaft wird die Bürgerinitiative als Vorsitzender der ARGE Lehrer in der Parlamentsdirektion einbringen.

Auf der "Fehler-Liste" der Gewerkschaft ganz oben stehe die ausstehende Lehrerarbeitszeitstudie, aber auch die noch immer unerfüllte Forderung nach 13.500 zusätzlichen Posten im Bereich des Unterstützungspersonals (Sozialarbeiter, Psychologen etc.) in den Schulen. Diese Zahl entspreche dem OECD-Schnitt und ist fast sieben Mal höher, als die von der Regierung ursprünglich einmal angebotenen 2000 zusätzlichen Stellen, von denen sich im neuen Dienstrecht allerdings nichts mehr findet. Eine alte Forderung der Lehrer seien auch "moderne Arbeitsplätze".

Dass sich die Lehrer jetzt direkt an die Abgeordneten im Parlament wenden, hängt auch damit zusammen, dass Paul Kimberger "viele sehr positive Gespräche mit Abgeordneten" geführt habe, die viel Verständnis für die Anliegen der Lehrer gezeigt hätten.

Der Nationalrat nimmt dann eine Bürgerinitiative "in Verhandlung", wenn sie mindestens 500 Unterstützungserklärungen mitliefert und sich eindeutig auf Angelegenheit des Bundes bezieht. (Lisa Nimmervoll, DER STANDARD, 18.12.2013)