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Exo-Monde sah man bisher nur in Science-Fiction-Filmen.

Foto: AP

London - Bisher kannte man solche Objekte nur aus Science-Fiction-Filmen - wie Pandora in Avatar oder Endor in Die Rückkehr der Jedi-Ritter. Die Rede ist von Exo-Monden, also Trabanten von Planeten, die außerhalb unseres Sonnensystems um Sterne kreisen.

Da Exo-Monde noch kleiner sind als Exo-Planeten, sind sie schwieriger zu sichten. Doch genau das dürfte Astronomen um David Bennett von der Uni Notre Dame gelungen sein, wie sie in einem Artikel auf dem Preprint-Server "Arxiv" schreiben. Die Forscher beobachteten bereits 2011 einen sogenannten Mikrolinseneffekt. Dabei erhöht sich die Leuchtkraft eines Sterns, weil ein Objekt vor ihm vorüberzieht, das seine Strahlen bündelt.

Bei dem 1800 Lichtjahre entfernten Stern erhöhte sich die Leuchtkraft um das 70-Fache. Eine Stunde später passierte das Gleiche noch einmal, nur schwächer. Das bedeutet, dass sich zuerst ein größeres, dann ein kleineres Objekt vor den Stern schob.

Das macht zwei Szenarien möglich. Im ersten zog zufällig ein kleiner Stern mit einem kleinen Planeten in großer Entfernung vor dem Stern vorbei. Im zweiten Szenario war es ein Planet mit der vierfachen Jupitermasse und sein riesiger Mond - die erste Exo-Mond-Sichtung. Was es wirklich war, werden wir vermutlich nie wissen, denn Mikrolinseneffekte hängen vom "kosmischen Tanz" der Sterne und Planeten ab und sind meist einmalig. (tasch, DER STANDARD, 20.12.2013)