Überschattet vom Debakel der Hypo Alpe Adria, hat die ÖVAG in den letzten Monaten weniger von sich reden gemacht. Das Spitzeninstitut des Volksbankensektors ist seit seiner Teilverstaatlichung im Jahr 2012 einen harten Sanierungskurs gefahren. Ob die ÖVAG am Ziel ankommen wird, ist fraglich, jedenfalls benötigt sie schon wieder 200 Millionen Euro Eigenkapital.

Da hilft eine Rückblende: Da der Sektor im Unterschied zur Kärntner Hypo mit keinen öffentlichen Haftungen ausgestattet und der Höhepunkt der Finanzkrise überschritten war, stand vor fast zwei Jahren auch eine Abwicklung der ÖVAG zur Debatte. Über Einlagen von Sparern verfügte die Bank so gut wie nicht, was eine geordnete Insolvenz deutlich erleichtert hätte. Allein die regionalen Volksbanken wären zum Handkuss gekommen. Doch wie immer in solchen Fällen warnten Banken und ihre Aufseher vor Kettenreaktionen und Vertrauenskrise.

Dabei hätte man auch die Genossenschafter der Volksbanken zur Kasse bitten können:_Die trifft nämlich im Fall einer Insolvenz eine Nachschusspflicht. Womit beste Voraussetzungen vorhanden waren, dass Eigentümer und Gläubiger geradestehen. Dazu bedarf es keiner Bankenunion, sondern nur eines politischen Willens. Den gab es zumindest bei der ÖVP nicht. Nun wird bald nachgeschossen – freilich vom Steuerzahler. Bleibt zu hoffen, dass diesmal nicht gutes Geld dem schlechten nachgeworfen wird. (Andreas Schnauder, DER STANDARD, 21.12.2013)