Graz/Salzburg - Das Mozarteum in Salzburg und die Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz suchen neue Rektoren ab dem Herbst. Die Einreichfrist endete in Graz am 15. Jänner, in Salzburg endete sie am Montag.

Gerüchteweise soll Andreas Stadler Interesse am Rektorat der Grazer Kunstuniversität bekundet haben. Er war ab 2004 in der Präsidentschaftskanzlei für Kultur und Wissenschaft zuständig, 2007 übernahm der Politologe, 1965 in Mürzzuschlag geboren, die Leitung des Kulturforums in New York. Seit dem Vorjahr ist Stadler zurück in Wien - und auf Suche nach einer Herausforderung. Ob er sich beworben habe, gibt Stadler auf Nachfrage nicht preis.

Weit pikanter sind die Salzburger Gerüchte. Im Mozarteum spricht man sich für eine weitere, dritte Amtsperiode von Rektor Reinhart von Gutzeit aus, der 2006 auf den glücklosen Roland Haas folgte. Denn in den letzten acht Jahren habe sich vieles verbessert, nicht nur klimatisch, auch fachlich. Das Verhältnis zwischen Professorenschaft und Uni-Rat ist sehr "angespannt": Man wirft dem Gremium vor, sich zu wenig mit dem Mozarteum auseinandergesetzt zu haben. Die Professoren vermuten zudem, dass es eine Persönlichkeit geben könnte, "die als zukünftige(r) Rektor(in) bereits gesetzt" ist. Konkret wird der Name Claudia Schmied genannt.

Die ehemalige Bankerin war ab 2007 Ministerin für Bildung, Kunst und Kultur. Am 30. September 2013, nach der Nationalratswahl, gab die Sozialdemokratin ihren Rückzug aus der Politik bekannt; sie sagte, sie habe "berufliche Angebote erhalten".

Aufsichtsrätin mit viel Macht

Ausgeschrieben wurde das Rektorat vom Universitätsrat. Den Vorsitz hat seit März 2013 Viktoria Kickinger inne. Sie gilt als enge Vertraute von Schmied. Schmied hatte sie 2009 in die Aufsichtsräte der Staatsoper, der Volksoper, des Burgtheaters und der Servicegesellschaft Art for Art berufen.

Schmied war für den STANDARD nicht zu erreichen: Sie ließ ausrichten, auf Urlaub zu sein. Sie muss sich aber gar nicht bewerben: Die Findungskommission, in der Kickinger als Uni-Rat-Vorsitzende sitzt, ist berechtigt, auch andere Kandidatinnen und Kandidaten mit deren Zustimmung in den Dreiervorschlag aufzunehmen. (Thomas Trenkler, DER STANDARD, 20.1.2014)