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Trauer.

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Freude.

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Salzburg – Österreichs schon seit Wochen praktisch feststehender Meister schien sich am Donnerstagabend nicht lange aufhalten zu wollen, mit dem Schweizer Serienchampion. Alans Rückkehr in die Mannschaft hob das Selbstvertrauen auf eine neue Stufe, und der Brasilianer klopfte auch gleich per Kopf bei Basels Goalie Yann Sommer an. In eben dieser vierten Minute vergab Sadio Mane nach Pass von Christoph Leitgeb gleich die zweite Chance.

Den Höhepunkten der Anfangsphase vor durch 29.800 Menschen ausverkauftem Haus besorgte aber Basels Marek Suchy mit einem ebenso unnötigen, wie brutalen Foul im Mittelfeld an Alan, das für den Brasilianer ohne Folgen blieb, dem Tschechen aber die Rote Karte eintrug. Der deutsche Referee Manuel Gräfe zögerte keinen Augenblick (10.).

Gegen den Fluss

Davon mussten sich beide Teams erst erholen, den Salzburgern gelang es folgerichtig besser. Florian Klein rettete einen verunglückten Pass von Jonatan Soriano vor der Torout-Linie, sein Pass fand Kevin Kampl und dieser Soriano. Der Spanier erzielte sein zwölftes Europacup-Tor in dieser Saison – 1:0 (22.). Mane hätte wenig später unterstreichen können, scheiterte aber an Sommer.

Danach ging dem Spiel ein wenig der Fluss verloren, vollends, als aus dem Baseler Anhang Gegenstände aufs Feld, auf den zum Eckball antretenden Kampl und auf den Schiedsrichter-Assistenten regneten. Referee Gräfe ließ nicht mit sich spaßen, schickte die Mannschaften in die Kabine und eine Abbruchsdrohung ins Publikum. Nach zwölfminütiger Unterbrechung wurde fortgesetzt, der Fluss des Spiels war aber endgültig aufgestaut, ja die dezimierten Schweizer kamen zu einer ersten Chance, als Rodnei den Ball an deren Kapitän Marco Streller verlor. Valentin Stocker netzte, der Treffer zählte aber wegen eines Fouls von Streller nicht.

Gnadenlose Corner

Mit Wiederbeginn, die Gemüter hatten sich beruhigt, hätte Salzburg den Sack schließen müssen. Aber Soriano schoss nach Stangl von Mane in einer Situation vorbei, in der man eigentlich nicht vorbeischießen kann (46.). Und weil sich alte Weisheiten eben sehr oft bestätigen, gelang Basel der Ausgleich. Nach einer Ecke durch Philipp Degen stieß Streller im Kopfballduell Klein und überflügelte auch Soriano – 1:1 (51.). Die Schweizer, die sich an ihrer eigenen Aggressivität aufrichteten, hatten dann noch Glück, dass Gräfe nach einem Kopfstoß von Arlind Ajeti gegen Alan nicht neuerlich Rot zeigte.

Möglich, dass die Mannschaft von Murat Yakin auch das als Wink des Himmels verstand, jedenfalls traf nach einer neuerlichen Ecke Ajeti per Kopf Sorianos Rücken, der abgefälschte Ball landete bei Gaston Sauro, der ihn im Tor unterbachte – 1:2 (60.).

Da war das erste Viertelfinale für eine österreichische Mannschaft seit jenem der Wiener Austria im Uefa-Cup 2005 dahin. Und die Truppe von Roger Schmidt, in den vergangenen Wochen so leichtfüßig, war wie gelähmt. Die größte Ausgleichschance vergab Soriano (70.). Basel verwaltete den Aufstieg ganz trocken. Und Salzburg war kollektiv geschockt. Florian Klein drückte die Stimmung so aus: "Das alles ist unbegreiflich." (Sigi Lützow, DER STANDARD, 21.03.2014)

Europa League, Achtelfinal-Rückspiel, Donnerstag

Red Bull Salzburg - FC Basel 1:2 (1:0)
Red-Bull-Arena, 29.320 Zuschauer (ausverkauft), SR Gräfe (GER), Hinspiel 0:0

Torfolge:
1:0 (22.) Soriano
1:1 (51.) Streller
1:2 (60.) Sauro

Salzburg: Gulacsi - Klein, Rodnei, Ramalho, Svento (83. Meilinger) - Ilsanker (72. Zulj) - Kampl, Leitgeb, Mane - Alan, Soriano (78. Berisha)

Basel: Sommer - Sauro, Ar. Ajeti (87. Embolo), Suchy, Sauro - F. Frei, Elneny - Ph. Degen, Stocker, D. Degen (41. Aliji) - Sio (58. Xhaka), Streller

Rote Karte: Suchy (9./Foul)

Gelb-Rote Karte: Alan (86./Foul und gefährliches Spiel)

Gelbe Karten: Rodnei, Ramalho, Leitgeb bzw. Streller, Sio, Ajeti, Ph. Degen