In Deutschland ist das Match Print gegen Online um eine Facette reicher. Der Redaktionsrat der Tageszeitung "taz" lehnte am Mittwochabend die Berufung der Online-Chefin Frauke Böger zum Mitglied der Chefredaktion mit 49 zu 40 Stimmen ab, berichtete newsroom.de.

Die Entscheidung gegen Böger wird als Niederlage für die "taz"-Chefredakteure Ines Pohl und Andreas Rüttenauer gesehen, die sich für die 31-Jährige starkmachten. Stimmberechtigt waren "alle fest angestellten Redakteure, fest angestellten Korrespondenten und fest angestellten Autoren einschließlich der Chefredaktion", schreibt newsroom.de. Böger ist seit 2009 bei der "taz".

Auf Twitter quittierte Böger die Entscheidung mit den Worten:

Mist. Wär ich mal zum Boxen gegangen heute Abend.

— Frauke Böger (@frau_boe) April 9, 2014

Solidarität kommt von "taz"-Redakteur Deniz Yücel, auf Twitter schrieb er:

taz-Redaktion stimmt gegen Frauke Böger als stell. Chefredakteurin. Nicht nur dick & gemütlich, auch dumm & bräsig. Und Angst vorm Internet.

— Deniz Yücel (@Besser_Deniz) April 9, 2014

 

Erst kürzlich hatten sich die Redakteure der "Süddeutschen Zeitung" gegen den Aufstieg von Stefan Plöchinger, Chef von sueddeutsche.de, in die Print-Chefredaktion gewehrt. Unter dem Hashtag #Hoodiejournalismus entwickelte sich daraufhin eine Solidaritätskampagne für Plöchinger im Besonderen und für den Onlinejournalismus im Allgemeinen. (red, derStandard.at, 10.4.2014)