Absinth als solcher ist ja wieder ziemlich weg vom Fenster, aber das passiert halt, wenn man von Jugendsendungen im deutschen Privat-TV zum Kultgetränk mit sagenhaften Nebeneffekten hochstilisiert wird - der Fall ist unbarmherzig, aber unvermeidlich. Und auch, wenn das Herumhantieren mit speziellen Löffelchen, Inhalatoren oder anderen verstärkenden Hilfsmitteln nichts anderes als lächerlich war, diese Variante eines französischen Herstellers hat schon wieder etwas: Im medizinischen Flascherl mit Tropf-Pipette, 70 Prozent Alkohol, 35 mg Thuion. Eindeutige Pictogramme weisen darauf hin, dass man's wohl dosiert im Cocktail verwenden und womöglich nicht aus der Flasche trinken soll. Unnötig, aber lustig, vor allem als Mitbringsel für Hypochonder. (Der Standard/rondo/floh/22/08/2003)