Salzburg – "Auf so ein Schlechtwetterprogramm warten wir schon lange", sagte Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ), als ihm der damalige Museumsreferent Wilfried Haslauer (ÖVP) 2006 die Idee eines Domquartiers vorstellte. Sechs Jahre später kann Haslauer nun sein Herzensprojekt als Salzburger Landeshauptmann bei schlechtem Wetter eröffnen.

Am Samstag können die Besucher beim Tag der offenen Tür bei freiem Eintritt den 1300 Meter langen barocken Museumsrundgang erstmals inspizieren. Durch 134 Türen führt sie der Weg durch die Prunkräume der alten Residenz, die Residenzgalerie, den nördlichen Dombogen, die beiden Domemporen, den Langen Gang vom Stift St. Peter und durch das neue Museum des Stifts im Wallistrakt. Insgesamt 2000 Exponate erwarten die Besucher in den architektonisch eindrucksvollen Räumen. Das Domquartier ist durchgängig begehbar und somit die ursprüngliche Einheit von Residenz und Dom wiederhergestellt.

Die Einheit von weltlichen und kirchlichen spiegelt sich auch im Motto des Domquartiers wieder "Himmel und Erde in einer Hand". Die fünf beteiligten Institutionen bleiben dabei unabhängig – einen Generalschlüssel gibt es nicht. "Der Rundgang hebt Salzburg in die internationale Liga als Museumsstadt", erklärt die Geschäftsführerin des Domquartiers Elisabeth Resman.

Haslauer beziffert die Kosten für den neuen Museumsrundgang mit rund 8,6 Millionen Euro. Laut einer Anfragebeantwortung des Landtages kommen zu dem von Haslauer genannten Betrag aber noch weitere Finanzbeiträge in der Höhe von 4,5 Millionen Euro hinzu, was die Kosten auf rund 13,1 Millionen erhöht. (ruep, DER STANDARD, 17.5.2014)

Schon vor 95 Jahren gab es den Plan eines "Zentralmuseums". Nun ist mit dem Dom, der  Residenz und dem Benediktinerkloster St. Peter das historische Zentrum Salzburgs über den Museumsrundgang vereint.

Foto: DomQuartier/HG Esch

Am Samstag stehen die insgesamt 134 Türen des Rundgangs für alle Besucher bei freiem Eintritt offen. Künftig wird eine Vollpreiskarte 12 Euro kosten, ermäßigte Karten 10 Euro. Mit der Eintrittskarte kann man das Domquartier einen ganzen Tag lang auch mehrmals besuchen.

Foto: Salzburger Burgen & Schlösser / H.Kirchberger

Damit die Salzburger Bevölkerung so oft wie möglich das künftige Herzstück der Stadt besuchen kommt, gibt es für den Museumsrundgang anlässlich der Eröffnung eine ermäßigte Jahreskarte für 20 Euro, die bis Ende Dezember gilt.

Foto: Salzburger Burgen & Schlösser/H. Kirchberger

Für die rund 2500 Schritte (1300 Meter) durch das Domquartier sollte man mindestens eineinhalb bis zwei Stunden einplanen. Der in acht Sprachen erhältliche Audioguide führt in eineinhalb Stunden durch den Dom und Residenzkomplex. Der Guide ist im Eintrittspreis inkludiert.

Foto: Salzburger Burgen & Schlösser/H. Kirchberger

Für Kinder gibt es einen eigenen Audioguide in drei Sprachen, der von Kindern für Kinder aufgenommen wurde.

Foto: RGS/Eckschlager

Auch für eilige Touristen hat sich die Museumsleitung etwas einfallen lassen: "Wir haben eine Expressführung für unsere Freunde aus dem Osten, die nicht so viel Zeit haben", sagt die Geschäftsführerin des Domquartiers Elisabeth Resman.

Foto: Erzabtei St. Peter/Weidl

Der Rundgang ermöglicht nicht nur neue Blicke in den Salzburger Dom...

Foto: Dommuseum/J. Kral

... sondern auch neue Ausblicke auf die Stadt eröffnen sich. Mit der Dombogenterrasse zwischen Resisdenz und Dom wurden die beiden Häuser verbunden.

Foto: RGS/Ghezzi

Die Kunst und Wunderkammer im südlichen Dombogen.

Foto: Dommuseum/J. Kral