New York - Der größte US-Telefonkonzern AT&T (New York) übernimmt das weltweite Telekommunikationsnetz-Geschäft des US- Computerkonzerns IBM für fünf Milliarden Dollar (59 Mrd. S) in bar. Das haben die beiden Gesellschaften am Dienstag in New York bekanntgegeben. IBM wollte sich von seinem riesigen globalen Telekommunikationsnetz trennen und sich stattdessen auf sein Computer- sowie sein Dienstleistungsgeschäft für Unternehmenskunden in aller Welt konzentrieren. Deshalb war das riesige weltweite Telekommunikationsnetz vor einiger Zeit zum Verkauf angeboten worden. Die globale Netzwerksparte von IBM hat hunderte internationaler Großunternehmen, zehntausende mittelgroßer und kleinerer Firmen sowie mehr als eine Million Internet-Benutzer in 59 Ländern als Kunden. Sie erhalten von IBM Computernetz- und Telekommunikations- Dienstleistungen. Die Sparte setzt jährlich 2,5 Milliarden Dollar um. Im Zuge des Kaufs werden etwa 5.000 IBM-Mitarbeiter von AT&T übernommen. AT&T will durch die Übernahme "Umsatz- und Technologiewachstum verbuchen und seine Produktpalette ausweiten", betonte AT&T-Chef C. Michael Armstrong. AT&T will damit auch im Kampf um die Unternehmens- und Internet-Kunden besser mit anderen amerikanischen und internationalen Telekommunikationsriesen konkurrieren. Fünf Milliarden AT&T und IBM haben auch gegenseitige langjährige Dienstleistungs- Auslagerungsabkommen in Milliardenhöhe vereinbart. IBM wird bei AT&T in den nächsten fünf Jahren einen erheblichen Teil seines globalen Netzwerk-Bedarfs decken. Dieser Fünfjahres-Vertrag mit der AT&T Solutions hat einen Wert von fünf Milliarden Dollar. Es handelt sich um das größten Netzwerk-Auslagerungsabkommen, das je abgeschlossen wurde. AT&T wird hingegen bei der IBM Global Services bestimmte Datenverarbeitungs-Aufgaben durchführen und das eigene Datenzentren- Management von IBM betreiben lassen. Dieses Auslagerungs-Abkommen hat einen Wert von vier Milliarden Dollar. Im Rahmen dieses Abkommens erhalten mehr als 2.000 IBM-Bedienstete Positionen bei AT&T angeboten. Bei diesen gegenseitigen Dienstleistungs- Auslagerungsabkommen profitieren beide Unternehmen jeweils von der Stärke des anderen, betonten IBM und AT&T. IBM rechnet nicht damit, daß der Verkauf seiner Netzwerksparte auf das operative Ergebnis des kommenden Jahres einen wesentlichen Einfluß haben wird. AT&T rechnet damit, daß der Kauf nach dem ersten vollen Geschäftsjahr der zugekauften Sparte den Unternehmensgewinn steigern wird. Die Übernahme muß von den amerikanischen und ausländischen Aufsichtsbehörden genehmigt werden und soll Mitte 1999 über die Bühne gehen. IBM-Konzernchef Louis V. Gerstner erklärte:"AT&T wird seine Expertise nutzen, um das globale Netzwerk zu verbessern und zu erweitern. Davon profitieren die Kunden, einschließlich IBM." Laut Gerstner will sich IBM darauf konzentrieren, seinen Kunden in der zunehmend vernetzten Welt beim Aufbau elektronischer Geschäftsoperationen zu helfen. Das globale IBM-Telekommunikationsnetz erstreckt sich über 59 Länder. Es hat mehr als 1.300 Anwählpunkte (Knoten) in mehr als 850 Städten. AT&T verwies darauf, daß das IBM-Hochleistungsnetz das geplante Internet-Netz unterstützen wird, das der amerikanische Telefonkonzern gemeinsam mit der British Telecom weltweit in 100 Städten einrichten will. (APA/dpa)