Washington/Columbia - Microsoft-Chef Bill Gates hat der US- Regierung vorgeworfen, sein Unternehmen "zerstören" zu wollen. "Der High-Tech-Markt verändert sich schneller als jede andere Industriebranche auf der Welt", sagte Gates auf einer Pressekonferenz in Washington. Nachdem sich drei der größten Konkurrenten gegen Microsoft verbunden hätten, wolle die Regierung sein Unternehmen nun zerstören. Unterdessen hat der US-Bundesstaat South Carolina angekündigt, sich nicht länger als Kläger am US-Kartellprozeß gegen Microsoft beteiligen zu wollen. Jüngste Entwicklungen hätten gezeigt, daß es auf dem Internet-Markt genügend Wettbewerb gebe, sagte der Justizminister des südöstlichen Staates, Charlie Condon, am Montag in Columbia. Er könne es nicht länger rechtfertigen, Steuergelder für einen Prozeß auszugeben, der durch Ereignisse wie die geplante Fusion zwischen America Online (AOL) mit Netscape überflüssig geworden sei. Microsoft begrüßte die Entscheidung. Dem Unternehmen wird in dem laufenden Kartellverfahren hauptsächlich vorgeworfen, daß es mit unlauteren Mitteln versuche, seinen Konkurrenten Netscape aus dem Markt zu drängen. South Carolina ist der erste "Aussteiger" unter den 20 Staaten, die gemeinsam mit der US-Regierung den Software-Giganten verklagt haben. Der Kartellprozeß, der an diesem Dienstag in die achte Woche geht, dreht sich um den Vorwurf, daß Microsoft seine Marktvorherrschaft zu Lasten von Konkurrenten und damit der Kunden mißbraucht habe. Condon erklärte jedoch, es habe sich erwiesen, daß das Internet ein Wirtschaftszweig mit "blühender Innovation" sei. Weitere Eingriffe der Regierung oder Regulierung seien unnötig und unklug. (APA/dpa)