Die "Alarmglocken" schrillen bei FPÖ-Mediensprecher und EU-Abgeordneten Hans Kronberger angesichts der schwachen Quoten des ORF-Fernsehens in diesem Sommer. "Da ist Feuer am Dach", sagt er im APA-Interview. "Wir haben ein riesiges Sommerloch", kommentiert Kronberger, selbst langjähriger früherer ORF-Mitarbeiter, die aktuelle Marktanteilsentwicklung.

Scharfe Kritik an Programmgestaltung

"Dass man das einfach vom Tisch wischt und sagt, es will halt niemand fernsehen, weil das Wetter so schön ist, kann nicht alles sein. Die deutschen Öffentlich-Rechtlichen haben zugelegt gegenüber den Privaten, der österreichische Öffentlich-Rechtliche hat abgebaut. Da müssen die Alarmglocken läuten." Scharfe Kritik übt Kronberger an der ORF-Programmgestaltung: "Reinhard Scolik, dem Programmdirektor, fällt überhaupt nichts ein. Stattdessen produziert man Flops wie 'karls.platz' oder 'Bei Stöckl'."

ORF-Gesetz: "Nachjustierung"

Das ORF-Gesetz bezeichnet Kronberger als "in weiten Bereich nicht geglückt. Es bedarf einer Nachjustierung". So widerspreche etwa die offene Abstimmung im ORF-Stiftungsrat über die Generaldirektion dem Prinzip des Wahlgeheimnisses. "Außerdem ist der Stiftungsrat zu groß: Mit 30 Mitgliedern würde man locker auskommen. Und die Beteiligung des Publikumsrats ist nicht sinnvoll." Auch bei der ORF-Führungsspitze kann sich Kronberger Veränderungen vorstellen. "Der ORF ist vom Gesetz her im Kopf zu groß. Die Reduktion der Direktoren wäre durchaus ein Reparaturansatz." (APA)