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Victoria Station in London gesperrt, ein Stromausfall legte Donnerstag Abend Teile des Verkehrs lahm.

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Auch der Betrieb des Eisenbahn-Nahverkehrs in London ist wieder hergestellt.

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London - Am Donnerstagabend, mitten in der Rushhour, dürfte jenen britischen Energieexperten das Eigenlob im Halse stecken geblieben sein, die noch vor zwei Wochen behauptet hatten, ein Blackout wie der in Nordamerika könne in Großbritannien nicht geschehen. Um 18.26 Uhr Ortszeit war es nämlich in London so weit: In der U-Bahn erlosch plötzlich das Licht. Ein paar Züge fuhren noch kurz durch stockdunkle Tunnel, dann ging nichts mehr.

Allein in der "Tube" saßen rund 270.000 Pendler fest. Zählt man die Passagiere in Hunderten Vorortzügen hinzu, dann hatte etwa eine halbe Million Menschen unter den Folgen des Defekts zu leiden.

"Eine Schande", wetterte Londons Bürgermeister Ken Livingstone. "Zuerst dachten wir an einen Terroranschlag. Aber bald war uns klar, dass es nur an fehlenden Investitionen lag." Funktionsstörungen

Laut Angaben des privaten Energiekonzerns National Grid Transco fielen kurz nacheinander zwei Stromkreisläufe aus. Das Back-up-System habe nicht gleich funktioniert. So habe es 34 Minuten gedauert, ehe wieder Strom ins Netz floss. Bis die U-Bahn wieder halbwegs pünktlich fuhr, war es allerdings Mitternacht.

Erst vor einem Jahr schlossen die Betreiber der "Tube" das bahneigene Kraftwerk im Westen Londons, seitdem wird auch die U-Bahn übers normale Netz versorgt. Ein typischer Fall für übertriebenes Sparen, schimpfte Livingstone, daraus müsse die Verwaltung Lehren ziehen. (DER STANDARD, Printausgabe, 30./31.8.2003)