Graz - Die steirische Landesausstellung 2004 in Leibnitz hat das Imperium Romanum zum Thema, und zwar als Reichsidee und kulturelle Grundlage des heutigen Europas sowie in seiner regionalen Konkretisierung. Dabei wird eine enge Kooperation mit Slowenien geknüpft: Mit dem 1. Mai 2004, dem Beitrittsdatum des Nachbarn zur EU, werden parallel zur südsteirischen Schau auch ergänzende Ausstellungen in den Museen von Maribor, Ptuj und Celje eröffnet.

Flavia Solva

Die Römer-Ausstellung rund um das antike Provinzstädtchen Flavia Solva in Wagna bei Leibnitz war keine leichte Geburt. Politische Überlegungen führten zu einer Verschiebung, das ursprünglich geplante Museum an der Ausgrabungsstätte wurde abgesagt und wird nun in verkleinerter Form als Außenstelle des Landesmuseums Joanneum doch realisiert. Der knapp vor Baubeginn stehende, 436.000 Euro teure Stahl-Glas-Neubau ist aber kein offizieller Schauplatz der Landesausstellung - diese wird in den nahe gelegenen Schlössern Retzhof und Seggauberg inszeniert.

Lebensgefühl der Römer

"Die Ausgrabung selbst gibt ausstellungstechnisch nicht so viel her", begründet Bernhard Pelzl, der gemeinsam mit Architekt Michael Kadletz für die Gestaltung der Landesausstellung verantwortlich zeichnet: "Unsere Grundidee ist es, das Lebensgefühl der Römer zu vermitteln". Thematisch soll der Bogen vom Imperium Romanum bis zur modernen EU geschlagen werden. Dabei werden die regionalen Unterschiede betont: "Es geht um die regionale Konkretisierung einer globalen Kultur", so Pelzl, der die Landesausstellung auch als "regionales Entwicklungsprojekt" sieht.

Gut in dieses Konzept, das im heutigen "Europa der Regionen" und in dem vom Land Steiermark stark forcierten "Zukunftsregion Südost" seine aktuelle Fortsetzung findet, passt im Jahr des EU-Beitritts die Kooperation mit Slowenien: Die parallel gezeigten Ausstellungen in den drei slowenischen Städten soll laut Ausstellungsgestalter Pelzl und dem Leiter des Kulturabteilung, Manfred Glawogger, komplementär und abgestimmt mit der steirischen erfolgen und verschiedene Schwerpunkte - etwa Glas in Celje oder Plastik in Maribor - herausarbeiten. Vorgesehen ist auch eine gemeinsame Kombi-Eintrittskarte.

"Slowenien hat viel an Zeugnissen römischer Kultur zu bieten", ist Pelzl von der Aufwertung der Landesausstellung durch das ergänzende Angebot überzeugt. "Auch damals hat es diese Bezüge gegeben: So haben sich Veteranen des Militärlagers in Ptuj in Flavia Solva niedergelassen".

Das Budget für die Landesausstellung ist gegenüber den vergangenen Expositionen unverändert: Insgesamt stehen vom Land 4 Mio. Euro zur Verfügung, dazu kommen noch 363.000 Euro für das Begleitprogramm. (APA)