Wien - Bildungsministerin Elisabeth Gehrer wollte eine Wertedebatte führen - nun ist auch SP-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures dazu bereit. Reden müsse man allerdings nicht über "Kinder statt Partys", sondern über das "Recht auf Ausbildung". Dies sei, so Bures, auch Teil des Generationenvertrages.

So viele Jugendliche ohne Arbeit und Ausbildung habe es in Österreich bis jetzt noch nie gegeben, in den letzten drei Jahren sei die Jugendarbeitslosigkeit um fast 50 Prozent gestiegen, beklagt Bures. Um gegenzusteuern, forderte Bures bei einer Pressekonferenz am Mittwoch Steuersenkungen für kleine und mittlere Einkommen, Investitionsanreize sowie Investitionen in Qualifizierungsmaßnahmen und Infrastruktur.

Laut Arbeiterkammerpräsident Herbert Tumpel fehlen 46.000 Betreuungsplätze für sechs- bis 14-Jährige. Die AK fordert nun einen "nationalen Aktionsplan" für Kinderbetreuung unter Beteiligung des Bundes, der Länder und der Gemeinden.

Ein Recht auf Kinder fordert indessen die Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien ein. "Die anderen sollen gezwungen werden, Kinder zu kriegen, und wir dürfen nicht", heißt es in einer Aussendung. Helga Pankratz, Obfrau der HOSI Wien, fordert "eine Änderung des Fortpflanzungsmedizingesetzes unter dem Aspekt der Nichtdiskriminierung von Lesben". Fortpflanzungshilfe sei zurzeit auf Ehepaare und heterosexuelle Paare beschränkt.

Aus "aktuellem politischen Anlass" lädt die Junge ÖVP (JVP) am Freitag zu einer Party. Das Motto: "Have Party. Make Love. Wir feiern, wann wir wollen." (red/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4.9.2003)