London - Ein Simulator soll jugendlichen BewohnerInnen eines Armenviertels von Manchester mit besonders vielen minderjährigen Müttern künftig dabei helfen, sich die negativen Seiten einer Schwangerschaft besser vorzustellen - und abschreckende Wirkung haben. Der Anzug besteht aus einem mit Wasser gefüllten künstlichen Schwangerschaftsbauch samt schweren Brüsten, wie die Zeitung "The Times" am Freitag berichtete.

Bewegungen des Fötus' werden simuliert

Er simuliert eine Reihe von Beschwerden, unter denen werdende Mütter leiden. Durch den Umschnallbauch bekommen die Schülerinnen beispielsweise eine Vorstellung davon, wie schwer ein Baby im Mutterbauch ist und welche Rückenschmerzen es verursacht. In den Anzug eingearbeitete Bleikugeln sollen die Arme und Beine des Fötus' simulieren, die gegen den Brustkorb der Schwangeren drücken. Ein eingearbeitetes Sandsäckchen drückt auf die Blase.

Hohe Zahl an minderjährigen Schwangeren

Der in den USA entwickelte Schwangerschaftssimulator soll zunächst bei elf- bis 14-jährigen SchülerInnen im Armenviertel Benchill der nordenglischen Stadt getestet werden. Dort liegt die Zahl der Minderjährigen-Schwangerschaften bei 49,8 pro 1.000 Jugendlichen und damit sechs Prozentpunkte über dem ohnehin schon sehr hohen britischen Durchschnitt.

"Ich hoffe, die Jugendlichen merken dadurch, dass Schwangerschaft kein Zuckerschlecken und nicht besonders verlockend ist", sagte die Sozialarbeiterin Erica Powell der "Times". Durch die Erfahrung am eigenen Leib könnten die künftigen Väter sich besser in ihre Partnerinnen hineinversetzen und mehr Verständnis entwickeln, verspricht die Gebrauchsanweisung des Schwangerschaftssimulators. (APA)