Salzburg - Der Unmut über die FPÖ zieht im Salzburger Flachgau weitere Parteiaustritte nach sich: Am Freitag, trat in Henndorf die gesamte freiheitliche Fraktion aus der Partei aus. Vier Gemeindemandatare haben das Handtuch geworfen, "zwei Drittel der Parteimitglieder, das sind 20 Personen, sind dem Austritt gefolgt", erklärte Franz Brandstätter. Er war bisher freiheitlicher Parteiobmann in der Gemeinde und führt jetzt die "Liste Freie Demokraten Henndorf" an.

Auflösung

Nach der gänzlichen Auflösung der ehemaligen Freiheitlichen Salzburger Ortsgruppen in den Flachgauer Gemeinden Lamprechtshausen, Seekirchen sowie in Bad Gastein (Pongau) und St. Martin bei Lofer (Pinzgau) scheidet mit Henndorf nunmehr die fünfte Ortsgruppe aus der FPÖ aus. Grund des Parteiaustritts sei "die undemokratische Salzburger Parteiführung durch Landesparteiobmann Karl Schnell, dessen Forderung nach einem Parteiausschluss von LAbg. Helmut Naderer sowie die demotivierende Freiheitliche Landespolitik", gab Brandstätter an.

Im Flachgau haben damit innerhalb weniger Monate drei Ortsparteien die FPÖ verlassen und eigene Listen gegründet. Nach Angaben von Brandstätter hätten sich bereits mehr als hundert ehemalige FPÖ-Mitglieder von der Partei gelöst. Sie würden sich jetzt den Ortslisten der "Freien Demokraten" anschließen. Allein im Flachgau würden in wenigen Wochen vermutlich zehn weitere Ortsparteien dieser Vorgangsweise folgen.

Selbstreinigungsprozess

"Ich bin froh, dass sie weg sind und wir in Ruhe weiter arbeiten können. Der Selbstreinigungsprozess tut der Partei gut", so kommentierte der freiheitliche Landesparteiobmann Karl Schnell den Verlust seiner Parteikollegen. Diese Gruppe von 40 Personen habe der Partei immer schon geschadet, in dem sie die FPÖ in den Medien schlecht machen wollten. "Bei Brandstätter tut es mir allerdings weh, von ihm habe ich das nicht erwartet", meinte Schnell enttäuscht.

Ausgetretene Mitglieder Allerdings würden die kolportierte Anzahl der ausgetretenen Mitglieder nicht stimmen. "Es handelt sich tatsächlich nur um einige wenige, vielleicht zehn Freiheitliche", betonte Schnell. Seit dem Austritt Naderers hätte die FPÖ dagegen zehn neue Mitglieder dazugewinnen können. Schnell sprach von einem "gesunden Austausch". Er kommentierte die Austrittswelle als "taktische Maßnahme, die von Außen kommt". Der Landesparteichef nannte in dem Zusammenhang "gewisse Kreise aus der ÖVP", die seit langem versuchen würden, ihn zu vernichten. "Das wird ihnen nicht gelingen. Ich bin überzeugt, es wird für uns eine positive Überraschung bei der nächsten Wahl geben." (APA)