Bild nicht mehr verfügbar.

Bombendeonation im August 1998

Foto: Reuters/ MIKE MAHONEY

Belfast/London - In Nordirland ist fünf Jahre nach dem verheerenden Bombenanschlag von Omagh mit 29 Toten und mehr als 200 Verletzten erstmals Anklage gegen einen Verdächtigen erhoben worden. Der 34 Jahre alte Elektriker Sean Gerard Hoey muss sich nach Angaben der Justizbehörden vom Samstag wegen Sprengstoffbesitzes und Mitgliedschaft in der republikanischen Terrororganisation "Real IRA" (Wahre IRA) verantworten. Die Splittergruppe der IRA hatte sich für den Anschlag vom 15. August 1998 verantwortlich erklärt.

Vorwürfe

Hoey wurde am Samstag unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen dem Haftrichter in Craigavon (Grafschaft Armagh) vorgeführt. Von den insgesamt 15 ihm vorgeworfenen Delikten beziehe sich eines auf den Anschlag von Omagh, wurde mitgeteilt. Hoey bestritt jede Schuld. Laut Anklage war er unter anderem in den Monaten vor dem Anschlag im Besitz eines Zeitzünders. Der 34-Jährige war am Dienstag bei einer Großrazzia der Polizei zusammen mit seiner Frau in der Grenzstadt Jonesborough festgenommen worden; seine Frau wurde später wieder freigelassen.

Jonesborough gilt als Hochburg der IRA

Jonesborough gilt als Hochburg der katholischen Irisch-Republikanischen Armee (IRA). Zum Anschlag von Omagh hatte sich die Splittergruppe "Wahre IRA" bekannt. In den fünf Jahren danach nahm die Polizei mehr als 80 Menschen fest; sie mussten zumeist jedoch aus Mangel an Beweisen freilassen werden.

Die "Wahre IRA" lehnt den Friedensprozess für Nordirland ab. Sie hatte sich von der IRA abgespalten, die seit 1997 offiziell einen Waffenstillstand hält und den Friedensprozess unterstützt. Das Attentat von Omagh war der schlimmste Anschlag in den drei Jahrzehnten des Nordirland-Konflikts. (APA/dpa)