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Bild: apa/dpa/Martin Gerten
"Der Verkehrsrechner" bei der Verkehrsleitzentrale der Wiener Polizei in der Rossauerkaserne besteht eigentlich aus drei einzelnen Computern, die insgesamt fast 1.200 Ampelanlagen in Wien steuern und koordinieren. Betrieben und gewartet wird das System von der für Verkehrsangelegenheiten zuständigen die Polizei überwacht die Anlage und steuert nach individuellen Bedürfnissen. Mehrere Reservesysteme sollen einen Verkehrs-Gau verhindern, so Dietrich Öhlsasser, für den Erhalt der Anlagen bei der MA 46 zuständig.

Über Jahre gewachsen

"Bei der Verknüpfung zwischen Ampeln und den einzelnen Computern handelt es sich um ein über die Jahre gewachsenes System", erklärte Öhlsasser. Fällt einer der etwa aus dem Jahre 1986 stammenden Rechner aus, sind Signalanlagen in ganz Wien betroffen, die anderen Rechner können die Aufgaben nicht übernehmen.

Notsystem

Für derartige Hard- oder Softwareprobleme gibt es in der Leitzentrale aber ein eigenes Notsystem. Dabei werden die Ampeln zwar noch immer zentral gesteuert, auf Tageszeiten und daher auf unterschiedliche Belastungen in einzelnen Straßenzügen wird dabei aber nicht Rücksicht genommen. Auch die Koordination mehrerer Ampeln wie bei der "grünen Welle" gibt es dann nicht.

"lokal"

Sollte auch dieses Notsystem versagen, können laut Öhlsasser die Kreuzungen auf "lokal" geschaltet werden. Dies übernimmt die Verkehrspolizei direkt bei den Steuerkästen an den Ampelanlagen. Entweder lassen die Beamten das fixe Programm ablaufen, das eigentlich nur noch einer Zeitschaltuhr entspricht, und kümmern sich um die Freihaltung der Plateaus, oder sie greifen wie bei Staatsbesuchen individuell in die Steuerung ein.

Rot - Grün

Bei dieser händischen Regelung als letzten Ausweg gibt es laut Öhlsasser noch eine automatische Überwachung. Wegen der Fußgänger können einzelne Grünphasen nicht zu kurz gewählt werden. Auch nach oben gibt es Grenzen, die Zeit kann nur zweistellig eingegeben werden. Bei 99 Sekunden "Grün" pro Richtung ist Schluss. "Bei einer großen Kreuzung mit vielen verschiedenen Phasen kann sich die Umlaufzeit dann schon auf einige Minuten verlängern", sagte der Experte. Es ist also in diesem Fall durchaus möglich, dass eine Ampel mehrere Minuten auf "Rot" steht.

Wiener Verkehrsmanagement kommt

Der nächste Schritt zu Verkehrssteuerung in Wien heißt Wiener Verkehrsmanagements ( VEMA ). Dabei sollen Informationen von Park- und Verkehrsleitsystemen sowie interaktiven Verkehrszeichen digital mit allen Verkehrsdaten verknüpft werden. Auch bessere Verkehrsinformation soll dadurch möglich werden. (apa)