Auf dem Weg zur Spitze: Toyota will bis 2010 zum größten Automobilhersteller der Welt werden. Der in Sachen Stückzahlen vergleichsweise kleine deutsche Konkurrent BMW hat dieses Ziel - inoffiziell - in der Premium-Klasse vor Augen. Beiden Unternehmen gemeinsam ist: Sie wirtschaften hochprofitabel.

Geht es nach dem Willen von Toyota, so gehen 2010 gut 1,2 Mio. der rund 15 Mio. jährlichen europäischen Neuzulassungen auf das Konto von Toyota. Global soll sich der Weltmarktanteil von zehn auf dann 15 Prozent erhöhen, und kaum jemand bezweifelt, dass Japans Automacht diese Ziele erreicht. Wie es schient, machen es die beiden Hauptkonkurrenten, GM (derzeit Nr. 1) und Ford (Nr. 2), Toyota leicht. Sie zermürben sich in teuren Rabattschlachten.

Toyota voran

In Europa erreicht Toyota trotz Absatzflaute sein Jahresabsatzziel von 800.000 Neuwagen - allerdings nicht, wie geplant, 2005, sondern schon heuer. Dies bestätigte Johannes Thammer, bei Toyota Europe Direktor für Europäische Produktplanung, im STANDARD-Gespräch bei der IAA in Frankfurt (bis 21. 9.). Immer mehr davon kommen aus europäischer Produktion, heuer über 400.000 Autos (Europa-Marktanteil per Ende August: 4,8 Prozent nach 4,5 Prozent im Vorjahr, Ziel 2004: fünf Prozent), und man werde den Ausstoß weiter erhöhen.

So dürfte die Kompaktvan Corolla Verso bald aus türkischer Produktion vorfahren. Längst sind die Asiaten ein bedeutender Arbeitgeber in Europa, über 56.000 Menschen stehen auf der Lohnliste. Dabei war das Engagement bis zuletzt kostspielig. Erst heuer werde es Toyota gelingen, hier schwarze Zahlen zu schreiben, bekräftigt Thammer.

BMW exzellent unterwegs

Einmal ganz nach oben, bitte, lautet wohl auch das Motto von BMW, wo man sich in der größten Modelloffensive der Unternehmensgeschichte befindet. Schon 2002 habe die BMW Group (auch Mini, Rolls Royce) den Absatz auf 1,06 Mio. Autos gepusht, erläuterte Vorstandschef Helmut Panke am Rande der IAA. Der August 2003 habe überhaupt das beste Monatsergebnis aller Zeiten gebracht. Bald werde man den Absatz auf 1,4 Mio. Autos steigern, so Panke weiter. "Wir entwickeln uns zu einem Unternehmen mit drei Marken und zehn Modellreihen."

Was er offiziell nicht sagt, man von Mitarbeitern aber immer häufiger hinter vorgehaltener Hand hört: BMW will den Schwung nutzen, Mercedes überholen und größter Premium-Hersteller werden. Überhaupt, wenn es eine Lehre aus dem Rover-Debakel gebe, dann diese: "Niemals Premium mit Masse mischen." (DER STANDARD Print-Ausgabe, 16.9.2003)