In Wien wird ab kommenden Samstag das Handy zum Fahrschein. Per SMS kann eine Tageskarte zum Preis von 4,20 Euro gebucht werden, die bis 1.00 Uhr des nächsten Tages in den U-Bahnen, S-Bahnen, Bussen und Straßenbahnen der Bundeshauptstadt (Kernzone 100 des Verkehrsverbunds Ostregion) gültig ist. Verrechnet wird spesenfrei über das Internet-Bezahlsystem "Paybox" oder direkt über die A1-Handy-Rechnung. Betreiber ist die mobilkom austria , das System ist aber für die Kunden aller Handynetze offen.

Gratis am ersten Wochenende

Am kommenden Wochenende (20. und 21. September) kann das "mobile-ticket" anlässlich der 100-Jahr-Feier der Wiener Linien gratis ausprobiert werden, gab der Generaldirektor der Wiener Stadtwerke, Günter Grois, am Donnerstag in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Wiens Vizebürgermeister Sepp Rieder (S), mobilkom-Generaldirektor Boris Nemsic und ÖBB Vorstandsdirektor Ferdinand Schmidt bekannt. Ab dann muss bezahlt werden. Fällig werden nicht nur die Ticket-Kosten, sondern auch der Preis für jeweils zwei zur Buchung notwendige Kurzmitteilungen.

Sechs Tickets pro Tag

Für den Handyfahrschein muss ein SMS mit dem Text "Wien" oder "w" an die Nummer 0664/660-0-100 oder 0664/660-0-033 (die Nummer des seit 1999 existierenden ÖBB-Handytickets) gesendet werden. Wer mehrere Karten buchen will, gibt zusätzlich ein Trennzeichen und die jeweilige Zahl ein. Bis zu sechs Tickets pro Tag und Handy sind möglich.

Quittierung erforderlich

Zurück kommt ein SMS, das als Anbot alle wichtigen Daten des mobilen Fahrscheins (sekundengenauer Beginn der Gültigkeit, Preis) enthält. Quittiert werden muss innerhalb von 30 Minuten mittels "Ja"-SMS, das Ticket kommt als weitere Kurznachricht retour. Versehen ist es mit einem 24-stelligen Sicherheitscode, den die Kontrollore der Wiener Linien per Sichtkontrolle und künftig auch per Online-Abfrage am Diensthandy prüfen werden können.

Paybox-Kunden erhalten vor dem Ticket auch noch einen automatisierten Anruf, bei dem sie mittels Eingabe ihres vierstelligen PIN-Codes die Zahlung bestätigen müssen. Wer noch nicht registriert ist, wird von einem Callcenter zur Anmeldung kontaktiert. Für ausländische Touristen wird das System vorerst nicht nutzbar sein - da ein österreichisches Bankkonto Voraussetzung ist.

Ein Prozent im ersten Jahr

Welche Umsätze das System bringen wird, wollte Grois in der Pressekonferenz nicht abschätzen. Die Wiener Linien rechnen aber damit, dass innerhalb des ersten Jahres rund ein Prozent aller Kurzzeitfahrten per Mobiltelefon gebucht werden könnten. Der Preis ist nach Ansicht des Stadtwerke-Chefs angemessen: Mit 4,20 Euro liegt er genau zwischen der von 8.00 bis 20.00 Uhr gültigen Einkaufskarte um 4 Euro und dem 24-Stunden-Ticket zum Preis von 5 Euro.

"In allen Lebenslagen"

Nemsic betonte, dass mit dem System eine für Vertrags- und Wertkartenkunden aller Netze offene Lösung geschaffen worden sei. Ziel der mobilkom sei es, die Handy-Nutzung "in allen Lebenslagen" zur Erleichterung der täglichen Abläufe zu verankern. Eine Vorreiterrolle habe man etwa auch mit dem Handy-Parken, das im Oktober in Wien in den Vollbetrieb gehen soll. Auch der Fahrschein per Handy könnte noch ausgeweitet werden, sagte Vizebürgermeister Rieder: Die Handy-Wochenkarte sei dabei ebenso möglich wie eine Ausweitung über die Stadtgrenzen hinaus.(APA)