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Palmers Textil ist mit beinahe 180 Franchise-Nehmern eine der bekanntesten Marken - Die Vertriebsform soll bis zum Jahr 2010 rund 20.000 neue Arbeitsplätze schaffen, so die Prognose des Österreichischen Franchise-Verbands (ÖFV)

Foto: APA/Artinger
Existenzgründer, die ein Franchising-System wählen, seien laut Österreichischem Franchise-Verband (ÖFV) sechsmal erfolgreicher als Einzelkämpfer. Grund dafür sei die Hilfeleistung durch ein "ausgereiftes System", das Risiken deutlich vermindern könnte.

Pluspunkte des Franchisings sind: Unternehmern steht ein erprobtes und bewährtes Sortiment an Waren oder Dienstleistungen zur Verfügung, die mittels zentralem Marketingkonzept (regional und überregional) vertrieben werden. Hinzu kommt auch die genaue Marktkenntnis des Franchise-Gebers.

Enormen Erfolg hat diese Vertriebsform in den USA, wo bereits 1500 Franchise-Systeme für acht Millionen Arbeitsplätze sorgen und mehr als 1000 Mrd. Dollar (890 Milliarden Euro) erwirtschaftet werden. Etwa 40 Prozent des gesamten US-Einzelhandelsumsatzes wird über Franchise-Betriebe abgewickelt. Der jährliche Absatz steigt um zehn Prozent. Die Zahlen für Europa sind ebenfalls beeindruckend: 4200 Franchise-Systeme sorgen für 1,5 Millionen Jobs.

Steigende Tendenz

Auch hierzulande zeichnet sich der Trend zum Franchising ab: Seit 1997 ist die Anzahl der Franchise-Systeme von 250 auf 330 gestiegen. Ende des Vorjahres gab es, laut ÖFV, in Österreich rund 4700 Franchise-Nehmer, die insgesamt etwa 60.000 Mitarbeiter beschäftigen. Bis 2010 prognostiziert der Verband eine jährliche Zuwachsrate bei den Franchise-Nehmern von fünf Prozent und somit rund 20.000 neuen Arbeitsplätzen.

Die meisten Unternehmen sind mit 1385 Betrieben im Dienstleistungsbereich zu finden, gefolgt vom Handel mit 865, dem Bereich Mode/Textil/Leder mit 745 sowie der Gastronomie mit 350 Franchise-Partnern. Die bekanntesten Marken sind Palmers Textil mit beinahe 180 Franchise-Nehmern, Quelle mit rund 160, OMV-Tankstellen mit rund 150 und Skiny Bodywear mit rund 120. Mehr als die Hälfte dieser Franchise-Systeme gehören ausländischen Organisationen.

Franchise-Paket

Welche Faktoren erfolgreiche von durchschnittlichen Franchise-Gebern unterscheiden, weiß Michaela Jung, Beraterin bei Syncon International Franchise Consultants: "Künftige Franchise-Nehmer sollten jedenfalls nach dem so genannten ,Franchise-Paket' fragen, also dem Leistungsspektrum des Franchise-Gebers. Fixpunkte eines jeden guten Paketes sollten ein erprobtes Unternehmenskonzept, das sowohl Einrichtung als auch Ausstattung mit einschließt sowie die laufende Beratung und Betreuung sein."

Weiters erkenne man seriöse Anbieter auch daran, dass sie den Schutz der Marke gewährleisten und über eine Wirtschaftsplanung sowie Controlling-Tools verfügen. Üblich sei auch die konstante Aus- und Weiterbildung der Franchise-Nehmer sowie ein Erfahrungsaustausch im Rahmen eines Jahresmeetings.

"Potenzielle Franchise-Nehmer sollten auf jeden Fall Referenzen über das bestimmte System einholen. Diese Informationen müssten leicht zu beschaffen sein, da ernst zu nehmende Franchise-Geber jedem Interessenten eine Liste aller bestehenden Partner aushändigen. Die Möglichkeit, sich über Erfolgspotenziale schlau zu machen, muss gegeben sein", so Jung. (Silvia Stefan, DER STANDARD Printausgabe, 20./21.9.2003)