Hamburg - In einem handlichen Büchlein informiert der Deutsche Bühnenverein über die aktuelle Theatersituation. Unter dem Titel "Muss Theater sein? Fragen, Antworten, Anstöße" antworten darin bekannte Autoren und Regisseure auf fünf grundlegende Fragen. Ein Kapitel widmet sich der Theatergeschichte, ein weiteres der Strukturdebatte. "Wir wollen unsere Anhänger mit guten Argumenten versorgen, wenn Totschlagargumente gegen das Theater in der Luft liegen", sagte der Vorsitzende des künstlerischen Ausschusses des Bühnenvereins, Thalia-Intendant Ulrich Khuon, am Freitag in Hamburg.

Angesichts der "hoch komplexen" Strukturen der Theaterbetriebe sei Aufklärung nötig. "Die Broschüre soll erklären, anregen und einige populäre Irrtümer der Strukturdebatte beseitigen." Der künstlerische Ausschuss des Bühnenvereins wolle künftig mehr in die Öffentlichkeit gehen und aufklären. Trotz einschneidender Sparbeschlüsse wie jetzt für das Staatstheater Hannover habe es "keinen Sinn, sich der Depression zu überlassen", sagte Khuon. "Es gibt immer wieder gewaltige und oft kurzschlüssige Versuche der Politik, die Theater zu zerschlagen. Darauf wollen wir uns kämpferisch einlassen."

In der Broschüre setzen sich unter anderem Jürgen Flimm, Elfriede Jelinek, Peter Konwitschny und Moritz Rinke mit grundsätzlichen Fragen zum Theater auf sehr individuelle Weise auseinander. Das Brevier gibt es für 2,50 Euro beim Deutschen Bühnenverein (Postfach 290153, 50523 Köln) und über den Buchhandel. (APA/dpa)