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Der Afghanische Präsident Hamid Karzai.

Foto: REUTERS/Chris Wattie
Washington/Islamabad - Afghanistan soll sich nach dem Entwurf seiner neuen Verfassung auf dem Islam gründen, das strenge Recht der Scharia aber nicht einführen. Das geht aus dem 39-seitigen Dokument hervor, das im Dezember von der großen Volksversammlung, der Loya Jirga, gebilligt werden soll.

Der Entwurf, aus dem die "Washington Post" am Sonntag zitierte, wurde in langwierigen Beratungen und Debatten ausgearbeitet und kürzlich Präsident Hamid Karzai übergeben.

Gratwanderung

Mit dem Verfassungsentwurf versucht Afghanistan nach Angaben der "Washington Post" die Gratwanderung zwischen islamischen und weltlichen Werten, zwischen nationaler Tradition und internationalen Normen, zwischen politischen Notwendigkeiten und rechtlichen Standards.

Laut dem Dokument soll der Präsident Afghanistans künftig vom Volk direkt gewählt werden. Er würde einen Ministerpräsidenten ernennen, der vom Parlament bestätigt würde und der für das politische Tagesgeschäft zuständig wäre. Sollte Karzai, ein Vertreter der Paschtunen, bei den im Juni 2004 geplanten Wahlen bestätigt werden, könnte dem Blatt zufolge ein Vertreter der Tadschiken Ministerpräsident werden.

Afghanistan stationiert mehr Truppen an pakistanischer Grenze

Nach verstärkten Angriffen radikalislamischer Taliban-Kämpfer in der südostafghanischen Provinz Paktika zieht Afghanistan an der Grenze zu Pakistan Truppen zusammen. Mindestens 500 zusätzliche Soldaten sollten in der Gegend der Stadt Barmal nahe der Grenze stationiert werden, berichtete die in Pakistan ansässige afghanische Nachrichtenagentur AIP am Montag unter Berufung auf Paktikas Gouverneur Mohammad Ali Jalali. Angriffe von angeblich aus Pakistan operierenden Taliban-Kämpfern haben in den vergangenen Wochen besonders im Süden und Osten Afghanistans zugenommen.

Paktikas Sicherheitschef, General Daulat Khan, sagte, die Stationierung der Soldaten sei mit den US-geführten Koalitionstruppen in Afghanistan abgesprochen. Die Soldaten würden die Grenze bewachen, während die Polizei im Gebiet vor der Grenze nach Taliban-Rebellen suchen werde. (APA)