In 31 oberösterreichischen Gemeinden müssen Bürgermeisterkandidaten in die Stichwahl. In den großen Städten machten die Platzhirsche das Rennen. In Klaffer brachte das Los der Volkspartei die Mehrheit im Gemeindeamt.

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Linz – Die SPÖ hat die Volkspartei in Oberösterreich auf kommunaler Ebene eingeholt – in Prozenten. Die ÖVP konnte bei den Gemeindewahlen 41,8 Prozent (+0,13) der Stimmen für sich verbuchen, die SPÖ erreichte 42,4 Prozent (+8,32). An Mandaten liegt die VP (4900) aber weiter vor der SPÖ (3558). Die FPÖ erreichte 8,81 Prozent (-10,11) der Stimmen (742 Mandate), die Grünen kamen auf 4,34 Prozent (171 Mandate).

Bei den Bürgermeister-Direktwahlen sind in 31 Gemeinden Stichwahlen notwendig, weil dort kein Kandidat die 50-Prozent-Hürde schaffte. Stichwahltag ist der 12. Oktober.

In Linz, Wels und Steyr behaupteten sich die "Platzhirsche". Der Linzer Bürgermeister Franz Dobusch (SPÖ) schlug sich zum zweiten Mal erfolgreich in der Direktwahl: Er schaffte mit 66,03 Prozent die Zweidrittelmehrheit und will – durchaus überrascht von diesem Wahlergebnis – "die bisherige Konsenspolitik fortsetzen". ÖVP-Gegenkandidat Erich Watzl ist zufrieden, dass die VP erstmals seit '97 dazugewinnen konnte.

In Steyr setzte sich David Forstlechner (SPÖ) mit 67,79 Prozent gegen sechs Gegner durch, in Wels machte Bürgermeister Peter Koits (SP) das Rennen: mit beachtlichen 73,77 Prozent.

In der kleinen Mühlviertler Gemeinde Klaffer platzierte ein Urnengänger sein Kreuzerl direkt im Ö der SPÖ. "Verfassungsrechtlich als gültig zu werten, da sich das "Kreuzerl" im Ö befindet – selbiges im P wäre eine ungültige Stimme", erklärt Landeswahlleiter Udo Stummer. Die Folge war ein Losentscheid um ein – nach Auszählung noch freies – Mandat. Das Los entschied für eine ÖVP-Mehrheit in der Gemeindestube. (Markus Rohrhofer/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30.9.2003)