Wien - Investitionen in die Zukunft der Kinder und Jugendlichen in den Entwicklungsländern haben weit reichende Folgen für die globale Entwicklung, so der United Nations Population Fund (UNFPA) im aktuell veröffentlichten Weltbevölkerungsbericht 2003. Fast die Hälfte aller Erdenbewohner ist unter 25 Jahre alt, 87 Prozent davon leben in Entwicklungsländern; jeder Vierte von ihnen aber in extremer Armut.

Die Sparpläne der Geberländer verschärfen die Situation noch weiter, heißt es in dem Bericht. Im Jahr 2000 mussten 238 Mio. der zehn- bis 24-Jährigen mit weniger als einem Dollar pro Tag auskommen. 50 Millionen Kinder leben weltweit auf der Straße.

"Reproduktive Gesundheit"

"Nach wie vor wird den Gesundheitsrisiken und Bedürfnissen von Jugendlichen nur wenig Bedeutung geschenkt", kritisierte Ulrike Plichta, Geschäftsführerin der österreichischen Stiftung für Weltbevölkerung und internationale Zusammenarbeit (SWI). Dabei gehe es nicht nur um einen Schutz vor Aids, sondern auch um die "reproduktive Gesundheit". Dazu zähle neben Aufklärung auch der Schutz vor ungewollter Schwangerschaft. Die Teenagergeburten tragen laut dem Bericht zum schnellen Bevölkerungswachstum entscheidend bei.

Krasse Unterschiede zwischen den Geschlechtern zeigt der Weltbevölkerungsbericht im Bereich der Bildung. 57 Mio. der männlichen Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren können nicht schreiben und lesen. In der gleichen Altersgruppe sind aber 96 Mio. Frauen betroffen.

Zahlen und Fakten

Laut der Erhebung stehen rund 246 Mio. der etwa 352 Mio. arbeitenden Kinder zwischen fünf und 17 Jahren in illegalen Beschäftigungsverhältnissen. Für 171 Mio. ist diese Tätigkeit sogar gesundheitsschädigend. Und alle 14 Sekunden infiziert sich ein Jugendlicher mit HIV, über 13 Mio. der unter 15-Jährigen haben einen oder beide Elternteile wegen Aids verloren.

Jährlich etwa 14 Mio. Frauen zwischen 15 und 19 Jahren bekommen ein Kind. Haupttodesursachen von Frauen in diesem Alter sind Komplikationen bei Schwangerschaft und Geburt oder Abtreibungen.

Von den Zielen, die extreme Armut und den Hunger bis 2015 zu halbieren und die Ausbreitung von Aids zu stoppen ist laut SWI die Staatengemeinschaft aber weit entfernt. "Um die 'Vererbung' der Armut von einer Generation zur nächsten zu unterbrechen, sind erhebliche Investitionen notwendig", so Plichta. So liegt die Sterblichkeit in Afrika bei 47,9 Jahren bei Männern und 50 Jahren bei Frauen. Zum Vergleich: Herr und Frau Österreicher werden im Schnitt 75,4 und 81,5 Jahre alt. (APA)