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Der Schlosspark wird von Hecken gesäumt, die saniert werden sollen - ein Streit zwischen Gartenhistorikern, Kunsthistorikern und Denkmalschützern

Foto: APA/ KOLLER/SCHLOSS SCHOENBRUNN

Wien - Sie werden demonstrieren, ohne sich anzuketten, kündigten die Wiener Grünen am Donnerstag an. "Für andere Demonstranten können wir diese Garantie aber nicht abgeben", so der Grüne Umweltsprecher Rüdiger Maresch. Ein letztes Gespräch zwischen ihm und Bundesgärten-Direktor Peter Fischer-Colbrie brachte nur ein Ergebnis: Die Fronten bleiben die gleichen.

Rodung der Hainbuchen-Allee

Fischer-Colbrie will am kommenden Montag mit der Rodung der Hainbuchen-Allee links und rechts vom Blumenparterre vor dem Schloss Schönbrunn beginnen. Mit einer Einschränkung: Falls es zu "Eskalationen" wie etwa Ankettungen komme, werde man die Erneuerung der Heckenwände abbrechen. Der finanzielle Schaden wäre aber enorm, warnt Fischer-Colbrie. Er habe versucht, den Grünen darzulegen, warum die Heckensanierung heuer durchgeführt werden müsse. Die seit acht Jahren gezogenen Ersatzpflanzen müssten jetzt übersiedelt werden.

252 Großbäume werden umgeschnitten

Weiters betonte der Bundesgärten-Chef, dass nur 252 Großbäume umgeschnitten würden. Außerdem seien laut einem Gutachten des Baumschutzreferats im Stadtgartenamt 50 Großbäume "standunsicher" und eine "akute Gefahr für Parkbesucher". Ein großer Teil der restlichen Bäume sei stark beschädigt.

Unterschriftenlisten

Indes versuchen Künstler, Kulturschaffende und Kunsthistoriker die Schönbrunner Hainbuchen im letzten Moment zu retten. 135 Unterschriften wurden von der Kunsthistorikerin Elfriede Iby gesammelt. Unterschrieben haben etwa Roland Rainer, Manfred Wehdorn, André Heller, Arik Brauer und Christiane Hörbiger. (APA, frei, DER STADARD Printausgabe 10.10.2003)