Office-Gebäude in Ried/OÖ, geplant von Delta Projekt- Consulting - Der international tätige Bauherr aus der Flugzeug- Zulieferbranche erhielt eine gebaute Corporate Identity mit Außenwirkung

Insgesamt sind erste positive Signale in der Immobilien-und Baubranche erkennbar. Jedoch: Die Zeiten für Büroimmobilien "von der Stange" sind eindeutig vorbei. "Potenzielle internationale Investoren suchen keine Mainstream-Projekte, sondern kreative und individuelle Lösungen. Projekte, die nicht, auf Renditen fixiert, den raschen Profit versprechen, sondern Qualität, Seriosität, Nachhaltigkeit und einen partnerschaftlichen Umgang miteinander bieten", konkretisiert Knut Drugowitsch, Geschäftsführer von Delta Projektconsult, Oberösterreich.

Dank der ungebremst starken Nachfrage deutscher Fonds an Immobilien in Österreich steigen die Preise am Wiener Büroimmobilienmarkt. Das boomende Interesse wird laut Immobilienexperten anhalten, aber auch anglikanische Investoren beginnen sich für Wien zu interessieren. Mehr Bewegung in den Bürosektor bringt auch der Trend von unbefristeten zu fünf- bis zehnjährig befristeten Verträgen. Laut dem aktuellen Büromarktbericht von CB Richard Ellis stabilisieren sich die Büromietpreise auf jeden Fall, in schlechten Lagen wird mit weiterem Druck auf die erzielbaren Preise gerechnet. Der Investmentmarkt zeigt sich laut CB Ellis äußerst aktiv - die Spitzenrenditen liegen zwischen 5,25 und 5,5 Prozent.

Gute Vermietung

"Von den 2004 in Wien neu auf den Markt kommenden 280.000 Quadratmetern sind bereits 150.000 Quadratmeter vermietet, also nur noch 130.000 Quadratmeter für einen Erstbezug verfügbar. Mit geschätzten 70.000 Quadratmeter sanierten Flächen könnten so effektiv noch cirka 200.000 Quadratmeter für eine Vermietung im kommenden Jahr frei sein", sagt Michael Ehlmaier, CPB.

Der gesamte Büroflächenbestand in Wien dürfte sich durch die dieses Jahr neu produzierten 200.000 Quadratmeter von heuer 9,35 auf 9,55 Millionen Quadratmeter im kommenden Jahr erhöhen. Im Vorjahr betrug der Bestand 9,03 Millionen Quadratmeter, allerdings gelangte mit 320.000 Quadratmeter Fertigstellungen eine immense Neuproduktion erstmals zur Vermietung.

"Überschwemmung" droht nicht

Eine Gefahr, dass der Markt "überschwemmt" wird, droht aus Sicht der CPB nicht: Erstens sind relativ wenig neue Projekte in der Pipeline, außerdem gehen die Banken bei den Finanzierungen restriktiver vor und verlangen zumindest 30 bis 40 Prozent Vorvermietungsgrad. Andreas Ridder, CB Richard Ellis, rechnet 2003 mit einem Büroflächenleerstand von rund sieben Prozent. Den Grund dafür sieht er in der verringerten Vermietungsleistung und der entsprechend geringeren Absorption von Mietflächen, die trotz stark verringerten Neubauflächen den Leerstand vergrößern. Der Anteil der leer stehenden Neubaubüroflächen liegt bei rund 50 Prozent der gesamten Leerstandsfläche. Für 2004 rechnet auch Ridder mit einem Büroflächenangebot von rund 280.000 Quadratmetern, mitverantwortlich für die Steigerung gegenüber 2003 ist das nahezu vollständig vermietete T-Mobile-Gebäude mit 80.000 Quadratmetern. (Gisela Gary, DER STANDARD Printausgabe, 22.10.2003)