Die Chefs der beiden deutschen Privatsender-Gruppen, ProSiebenSat.1 und RTL, rechnen für das laufende Jahr mit einem erneut rückläufigen TV-Werbemarkt in Deutschland. "Das Jahr 2003 wird in jedem Fall ein Minus davor stehen haben", sagte RTL-Chef Gerhard Zeiler am Mittwoch am Rande der Medientage in München. Das Minus werde wahrscheinlich prozentual einstellig ausfallen, die genaue Höhe sei aber noch nicht klar.

Der Vorstandschef des Konkurrenzkonzerns ProSiebenSat.1, Urs Rohner, stimmte der Einschätzung eines weiter sinkenden TV-Werbemarktes in Deutschland zu. Seine Gruppe bleibe bei der im Sommer gemachten Prognose für einen Rückgang des TV-Werbemarktes um fünf bis zehn Prozent für 2003, ergänzte er.

"Die Visibilität ist noch gering"

Für die Entwicklung im nächsten Jahr wollten beide Konzernchefs noch keine Prognosen wagen. "Die Visibilität ist noch gering", sagte Zeiler. Alles hänge von einem Anspringen der Konjunktur ab. Und dafür seien die Aussichten im kommenden Jahr noch unsicher.

Die beiden Konzernchefs dämpften mit ihren Aussagen die Hoffnungen auf einen anstehenden Aufschwung im Werbemarkt, die zum Teil durch Zahlen des Marktforschungsinstituts Nielsen aufgekommen waren. Doch der für die ersten neun Monate 2003 festgestellte Anstieg der TV-Werbeeinnahmen um 2,2 Prozent beziehe sich auf den Bruttowerbemarkt und lasse damit die von den TV-Sendern oft gewährten Rabatte außer Acht, erläuterte Zeiler. "Netto ist der Werbemarkt gesunken", stellte er klar.

Dennoch leichter Aufwärtstrend

ProSiebenSat.1-Chef Rohner stellte aber dennoch eine leichte Aufwärtstendenz fest. Der TV-Markt habe sich im dritten Quartal 2003 immerhin besser entwickelt als im vorherigen zweiten Quartal. Auch in seinem Konzern sei diese Tendenz zu spüren. "Die Werbeeinnahmen waren im dritten Quartal zumindest nicht schlechter als im Vorjahresquartal." (APA/Reuters)