Brian McKee verwendet Studiokameras, um Kriegsspuren zu fassen: "Detritus" (Ausschnitt).

Foto: McKee/Hilger
Im 33. Galeriejahr hat Ernst Hilger nicht etwa zurück-, sondern im Gegenteil nochmal voll aufgedreht. Der Wiener Galerist hat sich in einem ehemaligen Teppichgeschäft ein beachtliches Forum für Zeitgenössisches eingerichtet. Nicht anstatt, sondern zusätzlich zu seinen angestammten Räumen und dem Siemens ArtLab. Jetzt zeigt er dort Fotografien aus der Serie Detritus des erst 26-jährigen amerikanischen Fotokünstlers Brian McKee . McKee reist aktuellen Schauplätzen nach, die künftig als "historisch" gelten könnten, sucht in Amerika, Osteuropa und im Fernen Osten nach Spuren bedeutender Ereignisse. Und findet Spuren der Zerstörung. In der Serie Detritus zeigt McKee Architekturen und Landschaften in Afghanistan, die von Verlust künden. Klassisch streng komponiert hält er fest, was der Krieg hinterlassen hat - nicht in der Art der Kriegsreporter, die möglichst schnell in die Medien zu bringen trachten, was eben noch passiert. Brian McKee verwendet eine 8-x-10-Inch-Studioplattenkamera, nimmt sich Zeit, versteht sich als Historiker, der mit Bedacht visualisiert. (mm/DER STANDARD, Printausgabe, 27.10.2003)