Wien - Steigerungen in Österreich und Osteuropa, ein besseres Handelsergebnis und deutlich geringere Vorsorgen für Problemkredite haben der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) in den ersten drei Quartalen 2003 zu einem kräftigen Gewinnanstieg verholfen. Wie die größte Bank in Österreich Mittwochfrüh mitteilte, lag das Ergebnis nach Steuern und Fremdanteilen mit 312 Mio. Euro um 56,5 Prozent über dem Vorjahreswert von 199 Mio. Euro. Damit sei schon nach dem dritten Quartal das Gesamtjahresergebnis 2002 übertroffen worden.

Den Gewinn vor Steuern bezifferte die BA-CA, seit 9. Juli wieder an Wiens Börse notiert und seit 14. Oktober auch in Warschau gelistet, mit 457 (Vorjahr 304) Mio. Euro. Dies entspricht einem Plus von 50,3 Prozent. Auch das Betriebsergebnis legte bis September um mehr als die Hälfte (54,4 Prozent) zu und zwar von 312 auf 482 Mio. Euro.

Schwächerer Zinsüberschuss

Als Wermutstropfen in der Neunmonatsbilanz erwies sich freilich der Zinsüberschuss, der im Vorjahresvergleich mit 1,61 (nach 1,76) Mrd. Euro um 8,6 Prozent schwächer ausfiel. Als Grund nannte das zur bayerischen HypoVereinsbank (HVB) gehörende Wiener Kreditinstitut zum einen das tiefe Zinsniveau und die unverändert schwache Marktlage in Österreich und zum anderen den stark gesunkenen Kurs des polnischen Zloty. Nach Österreich ist Polen für die BA-CA der zweitgrößte Markt in ihrem Länderportfolio.

Das Kreditrisiko konnte in den ersten neun Monaten um 23 Prozent von 463 auf 356 Mio. Euro zurückgeführt werden. Der Provisionsüberschuss wies gegenüber dem Vorjahr ein moderates Plus um 2,5 Prozent von 818 auf 839 Mio. Euro aus.

Börsengang spült Geld in die Kasse

Mehr als verdoppelt hat sich dagegen das Handelsergebnis von 102 auf 217 Mio. Euro. Hier wirkte noch ein Erfolg aus dem ersten Quartal nach, im ersten Halbjahr 2003 war das Handelsergebnis mit 187 Mio. Euro bereits dreieinhalb Mal so hoch gewesen wie in der ersten Jahreshälfte 2002.

Mit dem Erlös aus dem Börsengang im Sommer, der rund 960 Mio. Euro in die Kasse gespült und die Eigenkapitalbasis der Bank verbessert hat, wies die BA-CA per Ende September bei einem Kernkapital von 5,084 Mrd. Euro eine Kernkapitalquote von 7,7 (Vorjahr 6,6) Prozent. BA-CA-Chef Karl Samstag sieht "sein" Institut damit "gerüstet für weiteres kräftiges Wachstum in Zentral- und Osteuropa".

Bis 2006 Kapitalrendite von über 13 Prozent angepeilt

Den Gewinn je Aktie verbesserte die Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) in den ersten neun Monaten 2003 von 1,75 auf 2,12 Euro. Die Eigenkapitalrendite (RoE) vor Steuern stieg von 10,6 auf 12,5 Prozent, nach Steuern lag sie mit 8,5 (nach 5,6) Prozent höher. "Unser Ziel ist es, in den nächsten Jahren den Gewinn deutlich zu steigern", kündigte BA-CA-Generaldirektor Karl Samstag an.

Bis 2006 will Karl Samstag nach Steuern einen RoE von mehr als 13 Prozent erzielen. Erreicht werden soll diese Vorgabe über die weitere Expansion in Zentral- und Osteuropa (CEE) - dieses Geschäftsfeld soll bis dahin einen Ergebnisbeitrag von 38 Prozent leisten - sowie über Maßnahmen zu einer signifikanten Steigerung der Erlöse in Österreich. (APA)