Brüssel - Die Aussichten für Österreich für 2003 und 2004 sind zwar auch nicht rosig, aber das Land liegt in allen Kategorien besser als der Schnitt der Eurozone, zeigt die Herbstprognose der EU, die am Mittwoch in Brüssel veröffentlicht wurde.

So wird Österreich mit 0,9 Prozent ein doppelt so hohes Wachstum wie der Eurozone vorhergesagt. Die Arbeitslosigkeit sei zwar deutlich gestiegen, wie die Prognose vermerkt, liegt mit 4,5 Prozent 2003 und 4,6 Prozent 2004 aber nur etwa halb so hoch wie der Schnitt der Eurozone. Österreich hält damit die Position als zweitbestes Land hinter Luxemburg.

Auch steige das Defizit von 0,2 Prozent auf 1,0 Prozent 2003 deutlich. Der Schnitt der Eurozone liegt aber heuer bei 2,8 Prozent. Nur vier Euro-Länder sowie Dänemark und Schweden, die nicht den Euro eingeführt haben, haben ein geringeres Defizit als Österreich oder einen Überschuss.

Gesamtverschuldung noch zu hoch

Die Verschuldung Österreichs wird bis 2005 über der zulässigen 60-Prozent-Marke bleiben, sinkt aber jedes Jahr. Der Schnitt der Eurozone liegt wegen der hochverschuldeten Staaten Italien, Griechenland und Belgien noch bei 70 Prozent.

Die EU-Kommission erwartet, dass die bisher für 2004 beschlossenen Elemente der Steuerreform „budgetneutral“ sein und das Defizit nicht erhöhen werden. „Kürzungen der Einkommenssteuer und damit zusammenhängende Maßnahmen werden zum großen Teil kompensiert durch einen Anstieg der Sozialabgaben.

Im Ergebnis sollte die Budgetauswirkung der Steuererleichterungen neutral sein“, heißt es in der Herbstprognose. Die Einsparungen durch die Pensionsreform im privaten und öffentlichen Sektor sollten den Anstieg bei Pensionsleistungen übersteigen. Deie für 2005 geplante zweite Phase der Steuerreform sei hier aber noch nicht berücksichtigt. (APA)