Vor einigen Wochen ergab sich mit meiner E-Mail-Freundin Hanna folgender Dialog. Hanna: Was machen Sie eigentlich mit der elektronischen Post, die Sie bekommen? Linda: Lesen. Sie nicht? H: Ich meine die E-Mails, die man Ihnen in Ihrer Funktion als Ombudsfrau schickt. Wie reagieren Sie darauf? L: Die meisten beantworte ich, einige wenige ignoriere ich, und ein paar werden hier abgedruckt. H: Welche werden abgedruckt? L: Die mir interessant erscheinen. Zu denen mir etwas einfällt. H: Ist das nicht unfair? Was können Leserbriefschreiber dafür, wenn Ihnen zu ihren Anfragen nichts einfällt? L: Sie können nichts dafür, aber ich kann auch nichts dafür. H: Sie könnten ja auch einmal einen Leserbrief veröffentlichen, zu dem Ihnen nichts einfällt. Ich zum Beispiel würde so etwas gerne lesen. (Ende des Dialogs.) Also gut, heute probiere ich es. Eine Frau Angela schreibt mir: "Liebe Frau Reiter! Ich bin immer sehr amüsiert über Ihre Kommentare. Ich habe mir dann gedacht, ich schreib Ihnen auch mal. Mir ist nämlich aufgefallen, dass Leute, die Sport betreiben, oft sehr aggressiv werden. Vielleicht können Sie mit meinem Problem etwas anfangen." Liebe Frau Angela, tut mir aufrichtig Leid, ich kann mit Ihrem Problem wenig anfangen. Ich finde: Manche werden aggressiv, ohne Sport zu betreiben. Manche werden aggressiv, statt Sport zu betreiben. Manche betreiben Sport und sind nachher zu müde, aggressiv zu sein. Manche sind aggressiv und sind nachher zu müde, um Sport zu betreiben. Manche schauen lieber Sport im Fernsehen, als Sport zu betreiben, manche macht das aggressiv, manche nicht. Mehr fällt mir dazu leider nicht ein. Aber ich kann Ihnen gerne eine E-Mail-Adresse einer Bekannten von mir geben, die sich mit solchen Dingen sicher sehr gut auskennt. Hanna heißt sie. Freundlichst, Linda Reiter (Der Standard/rondo/31/10/2003)