Wien - Die prekäre finanzielle Situation in der Landwirtschaft nach dem Dürresommer macht eine weitere Aktion zur Entlastung der Dürre geschädigten Bauern notwendig. In Verhandlungen mit dem Finanzministerium wurde deshalb ein Zinsenzuschuss für Betriebsmittelkredite in Höhe von bis zu 4 Mio. Euro vereinbart, sofern sich die betroffenen Bundesländer mit mindestens demselben Betrag wie der Bund beteiligen, teilte das Landwirtschaftsministerium am Donnerstag mit.

Somit können als Ergänzung zum verbilligtem Zukauf von Raufutter unter der Voraussetzung der entsprechenden Beteiligung der Bundesländer insgesamt mindestens weitere 8 Mio. Euro als Unterstützung im Rahmen des nationalen Maßnahmenpakets für dürregeschädigte Bauern zur Verfügung gestellt werden.

Wichtige Ergänzung zum ersten Paket

"Damit helfen wir den Bauern mit hohen Liquiditätsengpässen", betonte Landwirtschaftsminister Josef Pröll. Diese neue Hilfsaktion für die Dürre geschädigten Bauern stelle eine wichtige Ergänzung zum Dürremaßnahmenpaket über 6 Mio. Euro dar, das bereits im Sommer geschnürt wurde, hieß es.

Angedacht sei, in den bereits als Dürre geschädigt ausgewiesenen Gebieten einen Zuschuss zu den Zinszahlungen zu gewähren. Die Zuschusshöhe beträgt 3,5 Prozentpunkte in Form einer einmaligen Zahlung auf Basis des Barwertes für Betriebsmittelkredite mit einer Laufzeit zwischen ein und drei Jahren. Die Kredithöhe ist je nach Kulturart und Hektar begrenzt, die maximal bezuschussbare Kredithöhe pro Betrieb liegt bei 30.000 Euro.

Gespräche mit den Ländern

Zur Ausarbeitung der genauen technischen Details und zur Abstimmung der geplanten Sonderrichtlinie würden als nächstes umgehend Gespräche mit den Ländern stattfinden. Danach werde die Genehmigung der geplanten Sonderrichtlinie durch die Europäische Kommission in die Wege geleitet. Ziel sei es, dass die betroffenen Bauern diese neue Hilfsmaßnahme möglichst bald in Anspruch nehmen können, betonte Pröll.

Bauernvertreter begrüßen neues Dürrepaket

Österreichs Bauernvertreter begrüßen die angekündigte zweite Dürreaktion für die Bauern und hoffen auf eine rege Beteiligung der Länder. Darüber waren sich der Vorsitzende der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern, Rudolf Schwarzböck, und Bauernbundpräsident Fritz Grillitsch am Donnerstag in einer Aussendung einig.

Die Rekordtrockenheit des vergangenen Sommers habe in Österreich zu gewaltigen Ernteausfällen sowohl im Ackerbau als auch im Grünland in der Größenordnung von mehr als 200 Mio. Euro geführt. In manchen Regionen mussten die Bauern Einbußen von mehr als 50 Prozent verkraften, führte Schwarzböck die enormen Dürreschäden in der Landwirtschaft ins Treffen. (APA)