Bogota - Nach dem Scheitern des Referendums in Kolumbien über eine wirksamere Korruptionsbekämpfung und höhere Staatseinnahmen will die Regierung in Bogota eine Erleichterung der Schuldenlast. Wie Präsident Alvaro Uribe ankündigte, werde er die internationalen Finanzorganisationen um eine Umschuldung und eine Streckung der Zahlungsziele bitten, berichteten nationale Medien am Donnerstag. Das Land leidet unter einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg und der Staat muss jährlich Milliardenbeträge für die Streitkräfte aufbringen.

Kolumbiens Auslandsschulden belaufen sich auf 24 Milliarden Dollar (20,7 Milliarden Euro), was 28 Prozent des Bruttoinlandsprodukts entspricht. Dies ist im regionalen Vergleich eine verhältnismäßig geringe Verschuldung.

Finanzlage durch neue Steuern und Einsparungen verbessern

Neben einer Erleichterung der Schuldenlast will die Regierung die Finanzlage durch neue Steuern und Einsparungen verbessern. Dabei würden jedoch keine Maßnahmen ergriffen, die bei dem Referendum auf besonderen Widerstand gestoßen seien, sagte Uribe. Möglich sei eine Vermögenssteuer für Wohlhabende und eine Anhebung der Mehrwertsteuer.

Die Volksabstimmung hatte zwar zu allen 15 Fragen große Mehrheiten erbracht, jedoch nach vorläufigen Angaben in keinem Fall die notwendige Mindestbeteiligung von 25 Prozent der Wahlberechtigten erreicht. (APA/dpa)